Abstimmungssieger in der Pflicht
publiziert: Montag, 12. Mrz 2007 / 07:40 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Mrz 2007 / 08:26 Uhr

Bern - Die deutliche Abfuhr des Schweizer Stimmvolks zur Einheitskrankenkasse hat in der Schweizer Presse wenig überrascht. Wie schon 1994 und 2003 wollten die Stimmenden keinen radikalen Kursänderung im Gesundheitssystem, schreiben die Kommentatoren.

Für die Kommentatoren sind die Probleme im Gesundheitssystem weiterhin ungelöst.
Für die Kommentatoren sind die Probleme im Gesundheitssystem weiterhin ungelöst.
6 Meldungen im Zusammenhang
Die Stimmbürger hätten am Wochenende zum dritten Mal «unmissverständlich Nein zu mehr Sozialismus in der Krankenversicherung» gesagt, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». «Die Umverteiler vom Dienst sollten nun endlich ihre Lektion lernen.»

Nach Ansicht der «Aargauer Zeitung» führten «Geheimniskrämerei und Strategiewechsel» der Initianten zur Abstimmungsniederlage. «Die Linke ist den Beweis schuldig geblieben, wie der Mittelstand entlastet werden sollte.»

Für die «Berner Zeitung» war das Debakel bereits im Vorfeld der Abstimmung absehbar gewesen: «Die Initiative liess die wichtigsten Fragen unbeantwortet.» Die Niederlage müsse vor allem der SP zu denken geben, schreibt der «Tages-Anzeiger»: «Ihre staatsgläubigen Umverteilungsrezepte werden vom Stimmvolk nicht goutiert.»

Ungelöste Probleme

Für die Kommentatoren sind die Probleme im Gesundheitssystem mit dem Abstimmungssieg aber weiterhin ungelöst. Die «Aargauer Zeitung» sieht nun die «Sieger in der Pflicht».

«Der Bund» verlangt neue Anreize zur Kostensenkung. Konkret müsse die Politik dafür sorgen, «dass es für die Kassen lohnender wird, in die gute Behandlung kranker und älterer Versicherten zu investieren, statt nur Jagd nach Gesunden zu machen».

Auch das Parlament sei gefordert, schreibt die «Neue Luzerner Zeitung». Gesundheitsminister Pascal Couchepin habe dafür den Weg vorgegeben: «Es ist ein Weg der kleinen Schritte, grosse Würfe sind im Gesundheitswesen praktisch nicht möglich.»

Laut dem «Blick» müssen auch die Krankenkassen wieder Vertrauen schaffen. Sie täten gut daran, den Appell von Gesundheitsminsiter Pascal Couchepin zu Herzen zu nehmen: «Sonst folgt die nächste Initiative.»

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die SP will eine neue Initiative ... mehr lesen 8
Jacqueline Fehr glaubt an den Erfolg einer zweiten Abstimmung.
Die Kantone sollten laut Couchepin den Mut haben, Spitäler zu schliessen und Kosten zu senken.
Bern - Nach dem Waterloo für die Einheitskrankenkasse wollen auch die Gegner der Initiative die Hände nicht in den Schoss legen. Bundesrat Pascal Couchepin macht Druck auf Kantone, Parlament ... mehr lesen
Das Schweizer Volk hat sich (fast) ... mehr lesen
 
Bern - Das Nein zur Einheitskasse ist ... mehr lesen
Pascal Couchepin sieht in dem Ergebnis auch eine indirekte Zustimmung der Reformen der Krankenversicherung.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Es gibt nur eine eidgenössische Vorlage an diesem Wochenende.
Bern - Keine Revolution im ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 2°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Bern 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Luzern 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Genf 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Lugano 7°C 10°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten