Geofencing machte es möglich
Abtreibungsgegner attackieren Frauen per Handy
publiziert: Montag, 30. Mai 2016 / 15:19 Uhr / aktualisiert: Montag, 30. Mai 2016 / 16:01 Uhr
Durch eine App fanden Abtreibungsgegener raus, wo sich die Frauen befinden.
Durch eine App fanden Abtreibungsgegener raus, wo sich die Frauen befinden.

Boston - Abtreibungsgegner machen Frauen in US-Kliniken für Schwangerschaftsabbrüche neuerdings dank eines Location-Features der Agentur Copley Advertising direkt ausfindig und bombardieren sie mit entsprechenden Botschaften.

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In Echtzeit werden Frauen noch vor dem Aufruf ins Sprechzimmer eines auf Abtreibungen spezialisierten Arztes von Pro-Life-Vereinigungen auf dem Mobiltelefon mit entsprechenden Anzeigen kontaktiert. Die Technik lässt sich sehr simpel, aber für werbende Zwecke effektiv nutzen. In einer Computer-Karte werden bestimmte Bereiche virtuell eingezäunt oder markiert - in dem Fall sind die Areale Abtreibungskliniken.

«Mit diesem Geofencing können wir Frauen erreichen, die nach einem Gesprächspartner suchen», erklärt John Flynn von Copley Advertising die Vorgehensweise. Das heisst: Betritt eine Frau mit eingeschaltetem GPS-Signal eine Einrichtung für Schwangerschaftsabbrüche, löst sie somit ein Signal aus, sodass sie eine automatisierte Nachricht zugeschickt bekommt.

Mithilfe von Geofencing können Abtreibungsgegner gezielt Frauen in einer sehr schwierigen Lebensphase ansprechen. «Das ist unglaublich unethisch und unheimlich», findet dies Marketing-Experte Brian Solis http://briansolis.com . Bislang gibt es jedoch noch keine Gesetze, welche die eingesetzte Technologie in die Schranken weisen könnten. «Das Frauen ohne eine Einwilligung anzutun, ist Raubbau und ein Eindringen in die Privatsphäre. Es ist unethisch», findet auch eine Sozialarbeiterin eines kalifornischen Zentrums für Adoptionen.

(pep/pte)

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