Achtjährige im Jemen setzt Scheidung durch
publiziert: Mittwoch, 16. Apr 2008 / 15:08 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Apr 2008 / 16:02 Uhr

Sanaa - Nach zweieinhalb Monaten Zwangsehe hat ein achtjähriges Mädchen im Jemen die Scheidung von seinem 28-jährigen Mann durchgesetzt. «Ich bin erleichtert. Jetzt kann ich wieder zur Schule gehen», sagte Nodschud Mohammed Ali in der Hauptstadt Sanaa.

Bisher kennt die Republik in Vorder-Asien gar kein Mindestalter für Eheschliessungen.
Bisher kennt die Republik in Vorder-Asien gar kein Mindestalter für Eheschliessungen.
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Die Achtjährige hatte gegen ihren Vater und ihren Ehemann geklagt. Ihr Vater habe sie zur Ehe mit dem 28-Jährigen gezwungen, sagte sie vor Gericht. In ihrem zweiten Grundschuljahr habe sie einen Ehevertrag unterzeichnen müssen. Ihr sei gesagt worden, sie könne bis zum Alter von 18 Jahren bei ihrem Vater wohnen bleiben.

Doch eine Woche nach der Vertragsunterzeichnung hätten ihre Eltern ihr befohlen, zu ihrem Mann zu ziehen. Dieser habe sie dann zum Beischlaf gezwungen. Nach dem Gerichtsurteil kündige Nodschud an, sie wolle künftig bei dem Bruder ihrer Mutter wohnen. Ihrem arbeitslosen Vater habe sie verziehen - wolle ihn aber nicht mehr sehen.

Ehe «vollzogen»

Nodschuds Ehemann betonte vor Gericht, Nodschud habe in die Heirat eingewilligt. Er habe das Mädchen nicht geschlagen. Die Ehe sei aber «vollzogen» worden. Gegen die Scheidung erhob er keine Einwände.

Nodschuds Anwältin Schadha Nasser sagte, das Schicksal des kleinen Mädchens sei im Jemen kein Einzelfall. «Ich glaube, es gibt tausende ähnlicher Fälle.» Bürgerrechtsgruppen im Jemen fordern schon seit längerem ein Mindestalter von 18 Jahren für Eheschliessungen. Bisher kennt die Republik in Vorder-Asien gar kein Mindestalter für Eheschliessungen.

(fest/sda)

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