Adelbodner Skifest mit 'Lex Bode'
publiziert: Montag, 10. Jan 2005 / 22:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Jan 2005 / 07:09 Uhr

Dank der neuen "Lex Bode", dem Paragraphen für die Startnummern-Auslosung, erwies auch Bode Miller dem Adelbodner Skifest am Vorabend des Weltcup-Riesenslaloms die Reverenz: Wie alle andern schwebte er an der "Tirolienne" auf dem Dorfplatz ein.

Bode Miller erschien rechtzeitig zur Startnummern-Auslosung.
Bode Miller erschien rechtzeitig zur Startnummern-Auslosung.
Vielleicht reizte Bode Miller gerade diese halsbrecherische Fahrt an einem Heuseil aus einer Dachlucke, dass er sich in Adelboden anstandslos (und rechtzeitig) zur Startnummern-Auslosung einfand.

In Chamonix hatte er zweimal durch Abwesenheit und Verspätung geglänzt, was zu einem Eklat führte. Zur Strafe wurde er im Slalom aus den Top 7 auf den 15. Platz zurückgesetzt.

Miller liess Dampf ab

"Ich habe mir vielleicht den Zorn von Bode zugezogen", sagt Renndirektor Günther Hujara, "aber um das Gesicht gegenüber den andern Athleten zu wahren, konnte ich nicht anders handeln."

Der sonst so gleichmütige Amerikaner war über diese Zurückstufung ziemlich erbost und verschaffte sich in einem energischen Dialog mit Hujara Luft: "Wenn wir zu spät kommen, werden wir bestraft. Wenn die Organisatoren uns eine Stunde lang hinhalten, passiert nichts."

Mit gleichen Ellen messen

Prompt reagierte Hujara unverzüglich und kreiierte eine "Lex Bode". Nach dieser neuen Regelung dürfen Athleten ungestraft das Auslosungs-Zeremoniell verlassen, wenn die Organisatoren den Beginn der Auslosung um mehr als zehn Minuten überschreiten.

Oft hatten diese die Athleten endlos hingehalten, weil der Bürgermeister und der Seilbahndirektor und der Klubpräsident usw. ihre Ansprachen hielten. Damit ist ab sofort der Riegel geschoben. Wobei Adelboden ohnehin zu den glorreichen Ausnahmen gehört, wo auch beim Vorfest zum Rennen der Athlet im Zentrum steht.

Skistrasse ohne Atomic

Dafür kam Bode Miller in Adelboden, wo er wie üblich mit seinem Koch und Chauffeur in seinem Wohnwagen in unmittelbarer Zielnähe haust, um eine andere Verpflichtung herum. In der aus der Formel 1 entlehnten Boxenstrasse der Skimarken, wo die Serviceleute öffentlich die Ski der Stars präparierten, wartete das Publikum vergeblich auf ihn. Atomic, der Ausrüster von Bode Miller und Hermann Maier, machte als eine der wenigen Firmen nicht mit.

Startliste Riesenslalom (10.00/13.00):
1 Thomas Grandi (Ka). 2 Benjamin Raich (Ö). 3 Lasse Kjus (No). 4 Massimiliano Blardone (It). 5 Bode Miller (USA). 6 Kalle Palander (Fi). 7 Hermann Maier (Ö). 8 Erik Schlopy (USA). 9 Davide Simoncelli (It). 10 Joël Chenal (Fr). 11 Arnold Rieder (It). 12 Frédéric Covili (Fr). 13 Rainer Schönfelder (Ö). 14 Didier Défago (Sz). 15 Fredrik Nyberg (Sd).

16 Daron Rahlves (USA). 17 Andreas Schifferer (Ö). 18 Aksel Lund Svindal (No). 19 Christoph Gruber (Ö). 20 Bjarne Solbakken (No). 21 Kjetil Andre Aamodt (No). 22 Michael Walchhofer (Ö). 23 Stephan Görgl (Ö). 24 Manfred Mölgg (It). 25 Dane Spencer (USA). 26 Mirko Deflorian (It). 27 Alberto Schieppati (It). 28 Jean-Philippe Roy (Ka). 29 Gauthier De Tessières (Fr). 30 Marco Büchel (Lie).

31 Bruno Kernen. Ferner 35 Ivica Kostelic (Kro). 40 Tobias Grünenfelder. 47 Mario Scheiber (Ö). 50 Daniel Albrecht (Sz). 56 Beni Hofer. 58 Marc Berthod. 63 Marc Gini. -- 67 Teilnehmer.

Technische Daten:
Piste Kuonisbergli. -- 420 m HD. -- Kurssetzer Pasi Laitakari (Fi), 49 Tore, und Martin Anderson (No), noch nicht ausgeflaggt.

(sl/Si)

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