Aegis-Einsatz in Tripolis kostet den Bund fast eine Million Franken
publiziert: Donnerstag, 26. Jan 2012 / 19:22 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 26. Jan 2012 / 23:50 Uhr
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Die Bewachung der Schweizer Botschaft in Tripolis durch die private Sicherheitsfirma Aegis kostet den Bund viel Geld.
Die Bewachung der Schweizer Botschaft in Tripolis durch die private Sicherheitsfirma Aegis kostet den Bund viel Geld.

Bern - Der Bund hat sich den Schutz der Schweizer Botschaft in der libyschen Hauptstadt Tripolis einiges kosten lassen. Für den dreieinhalb Monate langen Einsatz der privaten Sicherheitsfirma Aegis zahlte er umgerechnet fast 960'000 Franken.

4 Meldungen im Zusammenhang
Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte am Donnerstag auf Anfrage eine Meldung in der «Basler Zeitung», welche die Kosten mit 885'000 US-Dollar (rund 822'000 Franken) beziffert. Die Zeitung hatte Einblick in den Vertrag zwischen dem Bund und der Firma Aegis.

Das Abkommen sei Ende Dezember um zwei Wochen verlängert worden und laufe am Sonntag aus, schrieb das Aussendepartement weiter. Dies war nötig, um «eine geordnete Übergabe der Aufgaben» an das Schweizer Detachement zu garantieren. Die Zusatzkosten für die Einsatzverlängerung belaufen sich demnach auf 147'500 Dollar (137'000 Franken).

Ab Montag werden Elite-Soldaten der Schweizer Armee für den Schutz der Schweizer Vertretung in Libyen verantwortlich sein. Die Kosten betragen 600'000 Franken für eine Einsatzdauer von sechs Monaten - sie sind also viel tiefer als die Kosten für den Auftrag an Aegis.

Das EDA begründete das Engagement von Aegis damit, dass der Bundesrat Zeit brauchte, um einen Operationsplan zu erstellen. Bis ein solcher Bundesrats-Entscheid vorlag, hatte das EDA entschieden, «eine bereits vor Ort tätige und kurzfristig einsetzbare Sicherheitsfirma zu beauftragen, welche die besonderen Verhältnisse gut kennt».

Gesetz zu Söldnerfirmen in Vorbereitung

In der Schweiz war die Wahl von Aegis auf Kritik gestossen. Aegis unterhält eine der weltgrössten Privatarmeen mit etwa 20'000 Söldnern. Diese sind vor allem in Irak und Afghanistan tätig. Die Ansiedlung des Aegis-Holdingssitzes 2010 in Basel hatte Aufsehen erregt.

Der Bundesrat brachte inzwischen ein Gesetz zum Verbot von Söldnerfirmen auf den Weg: Sicherheitsfirmen mit Sitz in der Schweiz soll es nicht erlaubt sein, direkt an einem bewaffneten Konflikt im Ausland teilzunehmen.

Das Verbot soll auch für Holdings gelten, die im Ausland tätige Sicherheitsfirmen kontrollieren. Die Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf dauert noch bis Ende Januar.

(asu/sda)

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Heikles Thema . . .
. . . etwa vergleichbar mit dem Bankgeheimnis. Klar wären wir alle gerne edel aber auch unsere Hände sind beschmutzt. Durch internationale Ölgiganten, durch Food- und Medikamentenhandel, durch Finanzkonstrukte und natürlich auch durch die Kriegswirtschaft in all ihren gemeinen Formen. Wir müssen uns im eigenen Interesse weiter darum bemühen edel zu handeln, denn dann handeln wir authentisch mit unserer Überzeugung und machen die Welt zu unserem Freund. Ein langer Prozess, aber es ist schon mal gut auf dem Weg zu sein.
Tätigkeit von Söldnerfirmen in der Schweiz verbieten, nicht nur „reglementieren“
Economiesuisse bekämpft den Gesetzentwurf für ausländische Söldnerfirmen. Der Entwurf des Bundesrates will nicht nur die Teilnahme solcher Unternehmen an bewaffneten Konflikten verbieten, sondern sieht für Sicherheitsdienstleistungen im Ausland eine generelle Meldepflicht vor. Economiesuisse ist der Meinung durch diese Meldepflicht würden Söldnerfirmen in Fesseln gelegt. Will damit Economiesuisse die laisser-faire Politik für die 20 Söldnerfirmen die sich in den letzen Jahren in der Schweiz niedergelassen haben weiterführen? Diese Unternehmen, wie die Firma Aegis Group, verdienen ihr Geld zum Teil mit dem Krieg. Aegis macht 80 % seines Umsatzes im Irak, die restlichen 20 % werden zum grössten Teil in Afghanistan gemacht. Schätzungsweise 20'000 Söldner von Aegis sind hauptsächlich im Irak und in Afghanistan tätig, insbesondere im Dienst des US-Kriegsministeriums.

Der Bundesrat will die Tätigkeit dieser Söldnerfirmen mit einem Gesetz „reglementieren“, aber nicht generell verbieten. Ich bin der Meinung dass Söldnerfirmen in der neutralen Schweiz nichts zu suchen haben. Söldnerfirmen untergraben die neutrale Schweizer Aussenpolitik.

Schon 1474 erhob Niklaus von Flüe seine Stimme gegen das Reislaufen, gegen den Kriegsdienst der Eidgenossen in fremden Armeen. 1859 wurde sogar ein Gesetz gegen die Anwerbung von Söldnern erlassen. Schweizer Männer die in die französische Fremdenlegion eintraten und in Indochina, Algerien und anderen Ländern kämpften wurden nach ihrer Rückkehr den auch immer wieder hart bestraft. Für den Bundesrat sind die Förderung von Sicherheit und Frieden in der Welt, die Wahrung der Menschenrechte und die Förderung der Wohlfahrt zentrale Ziele der schweizerischen Aussenpolitik. Diese Ziele werden aber durch Söldnerfirmen die von der Schweiz aus mit ihren gemieteten Kriegern operieren zu Nichte gemacht, genauso wie mit dem Export von Kriegsmaterial an Staaten die Kriege führen, wie Nato Staaten die in Afghanistan, dem Irak, Pakistan und in Libyen töteten.
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