Mursi will Aussenpolitik mehr Gewicht verleihen
Ägyptischer Präsident Mursi setzt auf Aussenpolitik
publiziert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 09:26 Uhr
Mohammed Mursi
Mohammed Mursi

Kairo - Ägypten soll nach dem Willen von Präsident Mohammed Mursi eine grössere aussenpolitische Rolle spielen. In seinem ersten Interview für das ägyptische Staatsfernsehen sagte Mursi am Samstag, um Ägypten zu helfen, müsse er sich insbesondere um gute Beziehungen in Afrika und um Investitionen des Westen und Chinas bemühen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Mursi wollte noch am Sonntag zur Vollversammlung der Vereinten Nationen nach New York reisen. Einige Kritiker werfen ihm bereits vor, er betone zu sehr die Aussenpolitik, anstatt sich der internen Probleme des Landes am Nil zu widmen.

In dem Interview äusserte Mursi sich auch zum Bürgerkrieg in Syrien. «Ägypten steht nicht am Rande des Geschehens. Es gibt eine gute und persönliche Beziehung zwischen dem ägyptischen und syrischen Volk», sagte Mursi. Zur Lösung des Syrien-Konflikts setze er auf das von ihm ins Leben gerufene «islamische Quartett», dem neben Ägypten die Türkei, Saudi-Arabien und der Iran angehören.

Die iranische Mitgliedschaft sei nicht Teil des Problems, «sondern Teil der Lösung», sagte Mursi. Während die dem sunnitischen Islam zugeneigten Mitglieder Ägypten, Türkei und Saudi-Arabien für einen Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad eintreten, ist der schiitische Iran wichtigster Verbündeter des syrischen Regimes.

Auf den Nachbarn Israel ging Mursi in dem einstündigen Interview nicht ein. Er sagte aber allen Palästinensern Unterstützung zu, auch der im Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas. «Es kann keinen Frieden im Nahen Osten geben, ohne den Palästinensern ihre vollen Rechte zu geben», sagte Mursi, der am 30. Juni als Präsident die Nachfolge des im vergangenen Jahr gestürzten Vorgängers Husni Mubarak antrat.

Berufungsklage gegen Parlamentsauflösung abgewiesen

Unterdessen wies Ägyptens Oberstes Verwaltungsgericht am Samstag eine Berufungsklage gegen die Auflösung des Parlaments zurück. Damit bestätigten die Richter eine Entscheidung des Obersten Verfassungsgerichts des Landes, derzufolge die Zusammensetzung des Parlaments unrechtmässig erfolgt war.

Ein früherer Abgeordneter hatte beantragt, die zwei Drittel der Abgeordneten, die rechtmässig gewählt worden waren, ihre parlamentarische Arbeit fortsetzen zu lassen, und nur das Drittel auszuschliessen, das unrechtmässig ihr Mandat erlangt hatte.

Seit der Auflösung des Parlaments durch den Militärrat im Juni hat Mursi die legislative Gewalt inne. «Ich werde meine legislativen Befugnisse nur in einem sehr eng gesteckten Rahmen nutzen», sagte Mursi im Interview.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington/Gaza - Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat am Donnerstag Reservisten für eine ... mehr lesen
Ehud Barak
Mohammed Mursi, Präsident Ägypten
Kairo - Nach den ersten hundert Tagen im Amt hat der ägyptische Präsident ... mehr lesen
Brüssel - Die Europäische Union (EU) stellt Ägypten für den Aufbau einer stabilen Demokratie und eine stabilere Wirtschaft eine halbe Milliarde Euro in Aussicht. Ägyptens Staatspräsident Mohammed Mursi erhielt diese Zusage am Donnerstag bei seinem Besuch in Brüssel. mehr lesen 
Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat überraschend die Militärspitze des Landes umgebaut und damit seine Macht gefestigt. Mursis Sprecher erklärte am Sonntag, Verteidigungsminister und Armeechef Mohammed Hussein Tantawi sowie Generalstabschef Sami Anan seien mit sofortiger Wirkung von ihren Posten entbunden. mehr lesen  1
Kairo - Einen Monat nach seinem Amtsantritt hat der islamistische Präsident Mohammed Mursi die neue Regierung Ägyptens vereidigt. Sie besteht aus Experten, Islamisten und Wunschkandidaten des mächtigen Militärs. Mit den Sicherheitsressorts bleibt die Macht im Land in der Hand des Militärs. mehr lesen 
20 Mitgliedsstaaten lehnten dies ab, und 52 Staaten enthielten sich.
20 Mitgliedsstaaten lehnten dies ab, und 52 ...
Wille von UNO-Vollversammlung  New York - Die UNO-Vollversammlung hat am Donnerstag mit grosser Mehrheit die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea verurteilt. 116 Staaten stimmten für eine Resolution, in der der UNO-Sicherheitsrat aufgefordert wird, Pjöngjang vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu stellen. 
Am UNO-Sitz in New York stimmten 111 Länder für den von der EU und Japan erarbeiteten Resolutionsentwurf.
UNO prangert Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea an New York - Die Vereinten Nationen haben Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea angeprangert. Der ...
Angela Merkel und Vladimir Putin. (Archivbild)
EU-Gipfel stellt sich in Ukraine-Krise klar hinter Kiew Moskau - Zwei Tage vor der Parlamentswahl in der Ukraine hat die Europäischen Union dem Land demonstrativ ihre ...
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Archivbild)
Merkel will «anspruchsvolles Klimaprogramm» der EU Brüssel - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die EU-Staats- und Regierungschefs zu ehrgeizigen ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Gefährliche Gedanken! Gefährliche Polizisten. Es ist schon sehr bedenklich, dass in einer ... heute 01:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Eine echte, freie Wahl! Für die Krim und Putin wäre lange schon wieder draussen! Aber die Krim ... gestern 22:58
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Hör ich recht? Der KGB Beamte, der sich hinter der Mauer offensichtlich recht wohl ... gestern 22:41
  • HeinrichFrei aus Zürich 353
    Lügen von Dick Cheney. Folterungen und Handy Gespräche als Beweis für 9/11? Zur Rechtfertigung des Krieges im Irak erfand die US-Regierung unter ... gestern 19:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Gorbatschow hat es gerade doch gesagt, es war nie die Rede von einer ... gestern 16:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1095
    Darum muss ich auswandern! Es darf in der Schweiz wohl niemand leben, der sich einen offen Blick ... gestern 15:32
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2627
    Die... Sanktionen gegen Russland mögen kurzfristig wirken. Langfristig sind ... gestern 13:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2627
    Die... USA sollten jetzt eine Annäherung an Kuba wagen, sonst haben sie unter ... gestern 13:23
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 3°C 7°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 5°C 7°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 7°C 9°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 5°C 9°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 4°C 10°C bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 6°C 10°C bedeckt, Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 4°C 10°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten