Ändern sich die Medien, verändern sich die Wahlen
publiziert: Mittwoch, 18. Apr 2012 / 08:58 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 18. Apr 2012 / 09:28 Uhr
Mit der Medienlandschaft haben Social Media auch die Politlandschaft erschüttert
Mit der Medienlandschaft haben Social Media auch die Politlandschaft erschüttert

Seit letzten Oktober ist klar, was news.ch schon vor einem Jahr publizierte: Die schweizerische Rechtspartei SVP befindet sich im Sinkflug.

2 Meldungen im Zusammenhang
Die Wahlen im Kanton Thurgau vom letzten Wochenende brachten den Rechtspopulisten eine weitere empfindliche Niederlage; einzig im Kanton Schwyz konnte die SVP ihre innerschweizerische Hausmacht dank Steuervorlagen ausbauen.

Die Interpreten für den Sinkflug der SVP, erwähnen veraltete Themen («Der SVP Themenzyklus ist vorbei», Claude Longchamp), reden von der Affäre Hildebrand oder bemäkeln den alt-Star der Partei: Christoph Blocher. Alle Erklärungen sind sicher zum Teil zutreffend, trotzdem greifen sie zu kurz.

Weder Blocher, noch Hildebrand, noch veraltete Themen schaden der SVP, sondern die aufgeweckte, pluralistische, durch soziale Netzwerke belebte Mediendemokratie. Während Jahren dominierten die vereinfachenden Leit- und Seichtmedien die politische Agenda. Die Quotensucht liessen Miss-Wahlen ebenso gross werden wie die SVP. Die Dominanz der grossen Verlage punkto Agenda-Setting, punkto Experten, punkto unreflektierter Demokratie-Vermesserei blieb bis 2007 ungebrochen.

Doch spätestens seit 2009 verändert sich die Medienwelt in einem Masse, die eben auch an der Politik nicht vorübergeht. Wer nach Deutschland und auf den Erfolg der Piraten schaut, weiss, wovon ich spreche. Die Einthemenherrschaft der brillianten Medienpartei SVP, die streckenweise auch alle erbsenzählenden Sozial- und Politikwissenschaften und sämtliche unkritische Ratings hinter sich scharte, erhielt durch Facebook, das nicht so wie die Blogs stark durch die SVP-Mitglieder dominiert wurde, eine ernsthafte Konkurrenz.

Deshalb sind es nicht die Politik oder die Themen der SVP, welche die Wahlniederlagen herbeiführen, sondern die gewandelte Medienlandschaft der Schweiz. Eine durch soziale Netzwerke inspirierte Medienlandschaft, die tatsächlich mehr Reflektion, Kritik und Auseinandersetzung zu politischen Themen erlaubt als die Mainstreammedien.

Wären es wirklich die Themen, die skandalösen Hinterhaltspolitiken (Stichwort Hildebrand), der alt-Bundesrat Blocher, welche die Wähler verschrecken würden, hätte die SVP schon 2007 massiv an Wähleranteilen eingebüsst. Denn schon 2007 war der SVP-Themenzyklus arg unter Druck, auch an Affären mangelte es nicht und der damals noch amtierende Bundesrat Blocher war schon damals alt und in vieler Hinsicht eine Hypothek für die SVP und das Land - sonst wäre er im Dezember 2007 vom Parlament nicht abgewählt worden.

Doch 2007 siegte die SVP unter ähnlichen Themen, Affären und Parteipersonal während sie 2011 entgegen der die SVP hochschwätzenden Mainstreampolitologen arg Haare lassen musste.

Geändert haben sich also weder Themen, Affären noch Politpersonal sondern die politische Kommunikation und die Medien. Wer diesen Faktor unterschätzt, wird auch in Zukunft bei Wahlprognosen oder bezüglich Entwicklung der Demokratien falsch liegen. Denn momentan schadet der mediale Paradigmenwechsel noch der SVP. Doch das kann sich durchaus wieder ändern, vor allem wenn die aufgeklärten Kräfte und die Wissenschaften, die den politischen Diskurs beleben sollten, auf dem Auge für mediale Revolutionen blind bleiben.

(Regula Stämpfli/news.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Ein bisschen von Allem
Der Niedergang der SVP zu einer 20% Partei oder drunter ist nicht aufzuhalten.

Schuld daran haben viele. Es auf die neuen Medien zu schieben greift viel zu kurz.

2007 gab es den entscheidenden Kapitalfehler der SVP.
Die irrsinnige völlig überissene Reaktion auf die Abwahl Blochers.
Hätte man diese hingenommen und anders verwertet, würde es heute ganz anders aussehen.
Stattdessen hat man die Rache für die Abwahl als Programmpunkt Nr. 1 gewählt für die nächsten paar Jahre.
Das goutiert der Wähler nicht.
Da kommen aber noch viele andere Dinge hinzu, Dinge die viel zum Niedergang der Partei beitragen, wie Blocher selbst, der unbeirrt weiterhin als Führer auftritt mit seinen Gehilfen Koeppels und Mörgele.
Die zunehmends entlarvte Diktatur in der SVP die als Demokratie propagiert wird.
Der Fall Hildebrand. Die BaZ. etc etc etc.

Politisch hat die SVP schon lange nichts mehr wirklich bewirkt und wenn dann höchstens Schädliches.

Und NEIN, ich bin weder Sozialdemokrat noch Grüner oder Linker.

Auch ich bin gegen Schengen, gegen die Zuwanderung en masse, gegen Einbürgerungen en masse etc.
Medien ?
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/ersc...

Hier noch ein Buchtipp; http://www.exlibris.ch/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/viktor-pa...

Kassandra viele sind auch gefrustet! Die Linken und Netten geben allem den CH Pass ob er/sie deutsch kann oder nicht ist piepegal Hauptsache ist, dass man Stimmen bekommt. Tatsache ist, dass immer weniger Menschen abstimmen gehen. Daher sage ich, dass der eigentliche Stimmverlust noch viel höher ist als wie er in den Medien gesagt wird.

Dies gilt für alle Parteien ähm fast alle. Die GLP war ja letztes Jahr das Erstemal gesammtschweizerisch am Start und auch die BDP.
Die Medien, ja aber
Klar machen die Medien Stimmung, Es glaubt doch keiner, dass der Blocher sein Privatfernsehen Teleblocher aus reiner Juxerei macht und die Weltwoche und die Basler Zeitung nur so zum Plausch finanziert.
Da lobe ich mir so Bürger, wie z. B. den BigB. der sich nicht von diesem Geschreibse hinters Licht führen lassen will. Aber irgendwie müssen wir uns doch informieren können! Wo soll der einfache Bürger seine Hintergrundinformationen herbekommen, wenn nicht durch die Medien? Es hilt alles nichts, man muss selbst nachdenken!
Viel Hoffnung habe ich da aber nicht, weil der Mensch, na, ich sage mal viele Menschen, (man soll ja nicht verallgemeinenern wie das berühmte Schaf aus Hegnau) eben nicht nachdenken will/wollen.
Wie sonst kann so ein Blocher so viel Macht bekommen? Für mich ist der ein Widerspruch in sich. Es verspricht den Menschen hier die heile Schweiz, die sich in der Welt alleine zurechtfindet und machte seine Geschäfte vorwiegend im Ausland. Er macht das Bankgeheimnis zum nationalen Heligtum und bricht es selbst (wegen CHF 75 000.- ¨¨). Er nimmt den Steuerbetrug, die Steuerhinterziehung unserer Banken und damit einen riesigen Immageverlust im Ausland in Kauf und weiss genau, dass die Banken nicht annähernd so viele Stellen im Lande schaffen, wie die z.B. La Roche, Nestle Schindler, die Swatch Group und all die anderen innovativen Unternehmen, die den Immageverlust gar nicht gebrauchen können. Er macht die Volksabstimmungen zum absoluten Recht und fällt vor dem Türkengeneral auf die Knie und bittet um Vergebung, weil sein Volk falsch abgestimmt hat in der Armenierfrage, die Liste liesse sich beliebig verlängern!
Und die Menschen hier? Ich will ja nicht pessimitisch sein, es waren aber doch nahezu 30% der Stimmenden, die ihm all seinen Mist glaubten und noch immer glauben. Haben die mal nachgedacht? Haben die sich neutral informiert?
Ich bin für die totale Transparenz in der Politik und im Staat, ich möchte wissen, wer wen finanziert, wer die Lobbyisten ist , welche Mittel und wie viel sie einsetzen. Ich möchte keinen durch den Staat gedeckten Steuerbetrug. Wie wir gesehen haben, hat sich der auch nicht gelohnt. Was dadurch je mit ausländischem Geld über viele Jahre verdient wurde, es war so wie so nie so viel, wie viele vermuten, hat die UBS in einem Jahr wieder verspielt. (Vergessen wir es nicht, die faulen Papiere der UBS liegen noch immer bei der SNB!)
Wir können eben niemandem trauen! Daher sorgen wir doch an der Urne für Ehrlichkeit, ja aber dafür brauchte man wieder den Durchblick, Es ist ein circulus vitiosus!
Wir können aber wie der berühmte "stete Tropfen" immer ein bisschen die Welt verbessern! Es wurde bereits viel erreicht, wenn man so ans Mittelalter, an die Inquisition, den Sklavenhandel, das Stimmrecht der Frauen usw. denkt. Also, nie aufgeben!
Ja, aber . . .
. . . Zermürbungstaktiken arbeiten langfristig und sie können subtil durch stetes Wiederholen (Konditionierung) das Denken der Bevölkerung massgeblich beeinflussen. Die neuen Medien hauen zwar in die gleiche Kerbe aber sie erweitern das Informationsangebot so, dass man die Möglichkeit bekommt sich vielseitiger zu informieren. Zum Thema SVP wäre noch zu vermerken, dass auch gezielte Überpräsenz schadet, was genau im Fall Blocher passiert ist. So richtig ärgerlich ist, dass man den Landessender auch dann (via Billag) finanzieren muss, wenn er offensichtlich gegen die Interessen des Landes agiert (Steuerabkommen, Holocaustgelder etc.). Das ist ein Missstand der behoben werden muss, aber das wird nicht passieren, solange sich das Bakom mit Umwelt und Verkehr in einem Departement befindet. Die Piratenpartei könnte da mal einen Billag-Boykott organisieren, das wäre die einzige Möglichkeit diese Missstände zu regulieren.
auch viel zu kurz gegriffen
Diese «Analyse» greift ebenfalls viel zu kurz. Für wie dumm werden wir Stimmbürger noch verkauft? Mir ist es egal, auf welche mediale Art Botschaften überbracht werden. Mich interessiert das Thema, ob es nun getwittert oder über Facebook verbreitet wird.

Das Problem liegt vor allem in der Polit-Verdrossenheit. Nehmen wir z.B. die Verwahrungsinitiative, wozu das Volk ja gesagt hat. Seit der Annahme dieses Volksbegehrens hiess es landauf und landab, dass so etwas Verrücktes nicht vernünftig und menschenrechtskonform umgesetzt werden könne. Nehmen wir die Abzockerinitiative, welche vor über vier Jahren eingereicht wurde. Mit immer neuen «Gegenvorschlägen» versucht das Parlament, dieses Begehren bis zum Sanktnimmerleinstag hinauszuzögern. Was würde es ändern, wenn diese Geschäfte per Facebook oder per Twitter oder weiss ich wie hinausposaunt würden?

Das Hauptproblem der SVP ist meines Erachtens Blocher, welcher nicht einsehen will, dass er den Zenit schon längst überschritten hat. Des weiteren muss sich diese Partei vom Neinsagerimage verabschieden und konstruktive Lösungsvorschläge anbieten.

Das normale Volk, zu welchem ich mich zähle, entscheidet sich aber nicht für einen Kandidaten, nur weil er sich über Twitter, Facebook usw. bekanntmachen kann. Der Hintergrund des Kandidaten interessiert mich, nicht seine mediale Vorliebe.

Und zum Schluss: Einmal mehr wird diese Plattform benützt, um dem Erzfeind eins auszuwischen.
.
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