Ärzte in Birma ohne Strom und Medikamente
publiziert: Sonntag, 11. Mai 2008 / 12:23 Uhr

Rangun - In Birma warten weiter hunderttausende Zyklon-Opfer verzweifelt auf Hilfe. Das Irrawaddy-Delta an der Südküste gleiche einem riesigen Ödland aus Schlamm, berichtete ein BBC-Reporter, der sich mit Kamera eingeschlichen hatte.

Die Hilfe erreicht die Menschen immer noch nicht.
Die Hilfe erreicht die Menschen immer noch nicht.
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«Die Situation ist völlig ausser Kontrolle», sagte der Arzt Saw Simon Tha in einem Spital, das ohne Strom und Wasser versucht, tausenden Verzweifelten zu helfen. Hunderte lagen dort dicht gedrängt und oft nur noch halb bei Bewusstsein auf dem Boden.

Viele Menschen kommen mit gebrochenen Knochen und inzwischen schwer entzündeten Wunden. «Wir haben unzählig viele Patienten und keine Medikamente.»

Die Militärmachthaber weigern sich weiter, internationale Katastrophenexperten in das abgeschottete Land zu lassen. Stattdessen übernehmen sie selbst die Verteilung der Hilfslieferungen.

1,5 Mio. Menschen bedroht

Die Hilfsorganisation Oxfam sieht 1,5 Millionen Menschen vom Tod bedroht, wenn sie nicht dringend mit sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen versorgt werden. «Mehr als 100'000 Menschen sind wahrscheinlich tot, und alles deutet auf eine weitere Katastrophe hin, die diese Zahl um ein 15-faches erhöhen könnte», sagte die Regionaldirektorin für Ostasien, Sarah Ireland, in Bangkok.

Ein Flugzeug mit Hilfsgütern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erreichte am Morgen Yangon. Die Ladung beinhalte 35 Tonnen Ausrüstung und Material, teilte das IKRK mit. Die medizinischen Güter reichen demnach aus, um rund 250 Trauma-Patienten zu behandeln, und um die medizinische Grundversorgung von rund 10'000 Menschen während drei Monaten zu gewährleisten.

Verfälschte Wahlen

Burmesische Oppositionskräfte im Exil berichteten derweil von massiven Wahlfälschungen bei dem Referendum. Mitarbeiter der Oppositionspartei «Nationalliga für Demokratie» NLD hätten am Samstag in allen Landesteilen Einschüchterungen, Nötigungen und direkte Fälschungen beobachtet, berichtete die US-Kampagne für Birma.

(bert/sda)

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