Radikalislamische Taliban-Herrscher zerstörten Buddha-Statuen
Afghanistan: Taliban zerstören unaufhaltsam antike Kunstwerke
publiziert: Samstag, 10. Mrz 2001 / 16:31 Uhr

Kabul - Die radikalislamischen Taliban-Herrscher in Afghanistan lassen sich auch durch Bedenken ihres Verbündeten Pakistan nicht von der Zerstörung von Buddha-Statuen abhalten. Die bedeutenden Statuen in Bamian sollen schon zum Teil zerstört sein.

Die Taliban wiesen am Samstag sowohl eine Intervention Pakistan wie auch den Appell der UNO-Vollversammlung zur Rettung der vorislamischen Heiligtümer in Afghanistan zurück. Der Taliban- Aussenminister Mullah Wakil Ahmad Mutawakil sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa am Telefon: «Der Appell ist uns egal.»

Die UNO-Resolution werde den Standpunkt der Taliban nicht ändern. «Wir werden die Statuen alle zerstören.» Auf die Frage, ob eventuell eine internationale Anerkennung der Taliban-Herrschaft die Statuen retten könne, sagte der Aussenminister, das eine sei eine politische Frage, das andere eine Frage der Religion, die nichts mit einander zu tun hätten.

Treffen mit Kofi Annan

Mutawakel wollte UNO-Generalsekretär Kofi Annan die Gründe für die Zerstörung der nichtislamischen Statuen und Götterbildnisse erläutern. Er werde Annan erklären, dass dies eine nationale religiöse Angelegenheit sei, mit der die Welt nicht herausgefordert werden solle, sagte Mutawakel am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Mutawakel wollte Annan in Pakistan treffen, der dort am Abend erwartet wird. Die Entscheidung zur Zerstörung der vorislamischen Heiligtümer sei unumkehrbar, betonte Mutawakel.

Auch Pakistan gegen Zerstörung

Neben etlichen westlichen Regierungen und Organisationen bemühte sich auch die pakistanische Regierung, die engste Verbündete der international isolierten Taliban, um einen Abbruch des Zerstörungswerks. Islamabad entsandte am Samstag Innenminister Moinuddin Haider nach Kabul.

Doch der Führer der radikal-islamischen Taliban, Mullah Mohammed Omar, schlug die Bitte Haiders ab, seine Anordnung zur Zerstörung aller Statuen im Lande noch einmal zu überdenken. Die Entscheidung sei «unwiderruflich», sagte er am Samstag in seinem Hauptquartier in Kandahar gegenüber Haider.

Zerstörung geht weiter

Bedroht vom Bildersturm der Taliban sind Tausende von antiken Kunstwerken. Wie die afghanische Presseagentur (AIP) am Samstag meldete, versuchen die Taliban nun die kleinere der beiden Statuen in Bamian in die Luft zu sprengen. «Der obere Teil der 37,5 Meter hohen Statue ist bereits zerstört», hiess es weiter.

Ausserdem sei nun bereits mehr als die Hälfte der grösseren, 53 Meter hohen zweiten Buddhastatue vernichtet. Die Milizen seien dabei, auch den Rest zu zertrümmern.

Die grössere der beiden Buddha-Statuen in Bamian wurde durch eine Sprengung enthauptet. Nach Angaben der von AIP haben die Taliban die Treppen an den antiken Statuen mit Sprengstoff gefüllt, um die beiden Buddhas völlig zu zerstören.

(kil/sda)

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