Afrikaner sind laut Blocher selber schuld
publiziert: Sonntag, 15. Okt 2006 / 18:55 Uhr / aktualisiert: Montag, 16. Okt 2006 / 07:32 Uhr

Bern - An der Sitzung einer Nationalratskommission vermittelte Blocher den Eindruck, Afrikaner seien «faul».

Blochers Äusserungen hätten den «Eindruck erweckt, dass die Afrikaner faul seien».
Blochers Äusserungen hätten den «Eindruck erweckt, dass die Afrikaner faul seien».
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Dies, um die Entwicklungs-Zusammenarbeit in Frage zu stellen. Andreas Gross, Zürcher SP-Nationalrat und Präsident der staatspolitischen Kommission, bestätigte einen entsprechenden Artikel der Westschweizer Sonntagszeitung «Matin dimanche». Die Zeitung stützt sich auf das Protokoll der Sitzung vom 14. September. Damit sorgt Blocher ein weiteres Mal für Wirbel.

Die «schockierenden» und eines Bundesrats «unwürdigen» Äusserungen Blochers hätten den «Eindruck erweckt, dass die Afrikaner faul seien», sagte Gross der Nachrichtenagentur SDA.

Kritik an Berichterstattung

Regeln seien indessen zu respektieren, auch wenn ein Bundesrat in ein anderes politisches Lager gehöre, fuhr Gross fort. Zu diesen Regeln gehöre, dass in einer Kommission gemachte Aussagen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Er, Gross, bedauere darum die Berichterstattung.

Neben dem Eindruck der Faulheit habe Blocher vor der Kommission auch durchblicken lassen, die Afrikaner seien «für ihre Situation selbst verantwortlich», sagte Gross weiter. Investitionen auf den afrikanischen Kontinent seien der Mühe nicht wert, sei eine weitere Einschätzung des Justizministers gewesen.

Diese Äusserungen hätten mehrere Kommissionsmitglieder schockiert. Blocher habe in seinen Äusserungen rassistische Thesen vertreten, sagte Gross. Wenn die Kommissionsangehörigen politische Folgen wünschen, müssten sie in der kommenden Session eine Interpellation einreichen. Das vertrauliche Protokoll der Sitzung dürfe dazu aber nicht beigezogen werden.

Bekannte Zurückhaltung

Livio Zanolari, Informationschef im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement, lehnte einen Kommentar ab. Er rief in Erinnerung, dass Blochers Zurückhaltung gegenüber der Entwicklungszusammenarbeit bekannt seien.

Dabei habe Blocher in der Vergangenheit besonders ein Spital in Afrika als Beispiel erwähnt, das er selbst finanziert habe. Einmal in afrikanischen Händen, habe der Niedergang dieser Institution eingesetzt.

(bert/sda)

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