USA schockiert über Tötung
Afroamerikaner erschiesst zwei im Auto sitzende Polizisten
publiziert: Sonntag, 21. Dez 2014 / 08:17 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Dez 2014 / 15:17 Uhr
Die Polizisten hätten keine Chance gehabt, sich zu verteidigen, sagte Polizeichef William Bratton am Samstag bei einer Pressekonferenz. (Symbolbild)
Die Polizisten hätten keine Chance gehabt, sich zu verteidigen, sagte Polizeichef William Bratton am Samstag bei einer Pressekonferenz. (Symbolbild)

New York - Ein junger Afroamerikaner hat in New York zwei Polizisten mit Kopfschüssen getötet. Das kaltblütige Verbrechen versetzt ein Land in Schock, in dem seit Wochen gegen die angeblich exzessive Gewalt weisser Ordnungshüter gegen Schwarze protestiert wird.

12 Meldungen im Zusammenhang
US-Präsident Barack Obama meldete sich unverzüglich aus seinen Weihnachtsferien in Hawaii: «Die Beamten, die unseren Gemeinden dienen und sie beschützen, riskieren für uns jeden Tag ihre Sicherheit.» Dafür verdienten sie Respekt und Dankbarkeit.

Nach Angaben des New Yorker Polizeichefs William Bratton hatte der 28-jährige mutmassliche Täter die beiden Polizisten am Samstagmittag (Ortszeit) in ihrem Streifenwagen an einer Kreuzung im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn überrascht.

Er sei an der Beifahrerseite des Autos aufgetaucht und habe «ohne Vorwarnung oder Provokation» durch das Fenster immer wieder auf die Beamten gefeuert. Die Polizisten - einer war asiatischer, einer lateinamerikanischer Herkunft - erlagen wenig später in einem Spital ihren Kopfverletzungen.

Uniform als Zielscheibe

«Ihre Uniform und ihre Aufgabe, für die Sicherheit der Menschen in dieser Stadt zu sorgen, machte sie zur Zielscheibe», sagte Bratton bei einer im Fernsehen übertragenen Medienkonferenz aus dem Spital.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio verglich das Attentat mit einer «Exekution». Nach Worten des Polizeichefs hatten die beiden Opfer keine Chance, sich zu verteidigen.

Der Schütze flüchtete nach dem Anschlag in eine nahe gelegene U-Bahn-Station. Dort schoss er sich auf einem Bahnsteig selbst in den Kopf und starb.

Drohung auf Instagram

Es war zunächst unklar, ob die Tat in Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt in den USA steht. In einem Eintrag auf Instagram, der dem Täter zugeordnete wurde, heisst es: «Sie haben 1 von uns genommen... Lasst uns 2 von ihnen nehmen», hiess es demnach neben einem Foto von einer silbernen Faustfeuerwaffe mit Bezug auf die jüngsten schwarzen Opfer von Polizeigewalt.

Aufschluss über das genaue Motiv müssten die anstehenden Untersuchungen liefern, betonte Bratton. Der 28-Jährige hatte zwar ein langes Strafregister, aber offensichtlich keine Verbindung zu Terrorgruppen.

Nach Angaben Brattons hatte der mutmassliche Täter wenige Stunden zuvor in Baltimore seine frühere Freundin in den Bauch geschossen und verletzt. Die Polizei von Baltimore warnte die Kollegen in New York, dass der 28-Jährige unterwegs nach Brooklyn sein könnte. Der Hinweis kam jedoch zu spät. Die beiden Beamten konnten nicht mehr gewarnt werden.

Empörung über Polizeigewalt

US-Justizminister Eric Holder nannte das Attentat auf die Beamten einen «unsäglichen Akt der Barbarei». Der Doppelmord trifft New York in einer Zeit der Empörung über Polizeigewalt gegen schwarze Bürger.

Nach dem Tod des Afroamerikaners Eric Garner demonstrierten Tausende auf den Strassen der Millionenmetropole. Garner war bei seiner Festnahme in Staten Island nach dem Würgegriff eines weissen Polizisten gestorben. Geschworene sprachen den Polizisten «nicht schuldig».

Zuvor hatten auch die Todesschüsse eines weissen Polizisten auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown in Ferguson bei St. Louis (US-Staat Missouri) landesweite Proteste nach sich gezogen.

Der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton nannte es «verwerflich», die Namen Eric Garners oder Michael Browns als Rechtfertigung für Gewalt zu benutzen. Auf Twitter schrieb Sharpton: Das Prinzip «Auge um Auge lässt die Welt blind zurück.» Garners Familie habe sich bestürzt über den Polizistenmord gezeigt. Auch die Familie von Michael Brown verurteilte die Tat in einer Erklärung.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Am Flughafen von ... mehr lesen
Eine Beamtin ist durch die Machete des Angreifers am Arm verletzt worden. (Symbolbild)
Es seien vornehmlich gegen afroamerikanische Bürger Bussgelder verhängt worden, um die Gemeindeeinnahmen zu erhöhen.
Washington - Die US-Regierung hat angekündigt, der Polizeigewalt in der Kleinstadt Ferguson entschlossen entgegenzutreten. Er werde alles in seiner Kraft stehende tun, um die ... mehr lesen
Washington - Der FBI-Direktor James Comey hat in einer ungewöhnlich offenen Rede ... mehr lesen
In schwarzen Vierteln entwickeln viele Polizisten unbewusst Vorurteile - 'auf ein weisses Gesicht wird anders reagiert als auf ein schwarzes Gesicht.'
Erneut gab es Proteste gegen Bill de Blasio. (Archivbild)
New York - Tausende Menschen haben am Sonntag in New York einem Polizisten die letzte Ehre erwiesen, der zusammen mit einem Kollegen in seinem Streifenwagen erschossen worden war. ... mehr lesen
New York - Eine Woche nach dem ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
New York - Eine Woche nach der ... mehr lesen
New York - In New York haben am Sonntagabend (Ortszeit) Hunderte ... mehr lesen
Barack Obama sagt nach den zahlreichen Zwischenfällen in den USA dem Rassismus den Kampf an. (Archivbild)
Washington - Rassismus gegenüber ... mehr lesen
Cleveland - Nach dem Tod eines zwölfjährigen Schwarzen durch Schüsse eines ... mehr lesen
Übermässige Gewalt - Polizeibehörden erarbeiten Verbesserungsmassnahmen.
In einer Vorstadt von St. Louis starteten am Samstag dutzende Aktivisten einen Gedenkmarsch. (Archivbild)
Ferguson - Der Todesschütze von Ferguson ist knapp vier Monate nach seinen Schüssen auf einen schwarzen Teenager wie angekündigt aus dem Polizeidienst ausgeschieden. Er quittiere den Dienst ... mehr lesen 3
Ferguson - Nach den schweren Unruhen in Ferguson ist es in der Nacht zum Mittwoch in mehreren US-Städten zu Demonstrationen gekommen. In New York protestierten Hunderte auf dem Times ... mehr lesen 1
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
In Indien hat es 18,3 Millionen Sklaven.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen ... mehr lesen  
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ist, hätte in einer Einrichtung mit höherer Sicherheitsstufe ... mehr lesen
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -3°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Basel -4°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen -4°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -3°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Luzern -2°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Genf -1°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 0°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten