Konservative Gegner punkten
Ahmadinedschad liegt bei Parlamentswahl zurück
publiziert: Samstag, 3. Mrz 2012 / 12:39 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Mrz 2012 / 00:44 Uhr
Präsident Mahmud Ahmadinedschad muss unten durch.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad muss unten durch.

Teheran - Ersten Auszählungsergebnissen zufolge zeichnet sich bei der Parlamentswahl im Iran ein Vorsprung für die konservativen Gegenspieler von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ab. Verbündete des Geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei verbuchten mindestens 102 der 197 bis am Samstagmittag entschiedenen Mandate für sich.

6 Meldungen im Zusammenhang
Das teilte das Innenminsterium in Teheran mit. Sollte sich dieser Trend bei den insgesamt 290 zu vergebenden Sitzen bestätigen, droht Ahmadineschad stärkerer Gegenwind im Parlament.

Das starke Abschneiden der Chamenei-Fraktion und eine laut staatlichen Medien erzielte Wahlbeteiligung von mehr als 67 Prozent wurde als klare Unterstützung für die iranische Theokratie gewertet. Innenminister Mostafa Mohammed Nadschdschar sprach später von 64,2 Prozent Wahlbeteiligung. Das Endergebnis dürfte Anfang der Woche veröffentlicht werden.

Wahlbeteiligung angezweifelt

Die Opposition, die zum Boykott der Wahlen aufgerufen hatte, bezweifelte die hohe Wahlbeteiligung. Ein unabhängiges Urteil ist kaum möglich. Ausländische Wahlbeobachter waren nicht zugelassen worden.

Vor allem in grösseren Städten wie der Hauptstadt Teheran mit etwa fünf Millionen wahlberechtigten Bürgern dauerte die Auszählung am Samstagabend noch an.

Unter den bereits am Samstag vermeldeten Mandatsgewinnern waren auch sechs liberale Kandidaten. Die verbleibenden 86 Sitze verteilten sich auf Ahmadinedschad-Anhänger und Zentristen. In 15 weiteren bereits ausgezählten Bezirken werden nach Angaben der Behörden Stichwahlen fällig.

Der Urnengang, bei dem mehr als 48 Millionen Iraner wahlberechtigt waren, war die erste grössere Abstimmung seit der umstrittenen Wiederwahl Ahmadinedschads 2009. Gegner des Regimes wurden bereits im Vorfeld massiv eingeschüchtert.

Opposition zerschlagen

Da es nach der brutalen Niederschlagung der Protestbewegung vor drei Jahren keine echte Opposition im Iran mehr gibt, war die Parlamentswahl vor allem ein Schauplatz für die Machtkämpfe innerhalb des konservativen Lagers.

Der politische Kurs des Landes wird sich zwar voraussichtlich kaum ändern, allerdings könnte bereits der Weg für einen konservativen Nachfolger von Ahmadinedschad bei der Präsidentenwahl Ende 2013 bereitet werden. Ahmadinedschad selbst darf nicht mehr antreten.

Das iranische Parlament hat zwar mehr Macht als die meisten Volksvertretungen im Nahen und Mittleren Osten, aber doch keinen direkten Einfluss auf die Entscheidungen von Ajatollah Chamenei. Auch fehlt eine Kontrolle über wichtige Machtorgane, die ihm unterstehen, etwa die Revolutionsgarden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran - Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat bei der zweiten Runde der Parlamentswahl im Iran eine weitere ... mehr lesen
Weitere Niederlage für Ahmadinedschad.
Es läuft nicht alles wie es sein soll für Ahmadinedschad.
Teheran - Die Iraner haben am Freitag in einer Stichwahl über die letzten 65 von ... mehr lesen
Teheran - Als erster Präsident in der Geschichte des Irans hat Mahmud Ahmadinedschad sich am Mittwoch persönlich einer Befragung durch das Parlament in Teheran stellen müssen. Eine Stunde lang nahmen ihn die Abgeordneten in die Mangel. mehr lesen  1
Teheran - Bei der Parlamentswahl im Iran stehen die Gegner von Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor einem überwältigenden Sieg. Ahmadinedschads Lager habe sich erst 30 von 290 Sitzen sichern können, berichteten die iranischen Staatsmedien am Sonntag. mehr lesen  1
Etschmayer Jetzt gerade finden die Wahlen - obwohl «Pseudowahlen» wäre zutreffender als Beschreibung - des Parlaments in der «Islamischen Republik» Iran statt und am nächsten Dienstag ist der ... mehr lesen
Mitt Romney - Gefangener des Jung-Inquisitors Rick Santorum
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Opposition ruft zum Boykott des Urnengangs auf.
Teheran - Der Machtkampf zwischen den beiden erzkonservativen Lagern im Iran ist mit der Parlamentswahl am Freitag in eine ... mehr lesen
Die rund vier Millionen Stimmberechtigten können unter acht Parteien wählen.
Die rund vier Millionen Stimmberechtigten ...
Rege Beteiligung erwartet  Duschanbe - In der autoritär geführten ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan hat die Wahl eines neuen Parlaments begonnen. Es werde eine rege Beteiligung erwartet, sagte der Chef der Wahlkommission, Abdumanona Dodosoda, am Sonntag in Duschanbe. 
«Jeder hier kann seinen Freunden mitteilen, dass ich ein Rennen in Betracht ziehe.»
Romney erwägt erneute US-Präsidentschaftskandidatur Washington - In den USA erwägt der Republikaner Mitt Romney eine erneute Kandidatur bei der Präsidentenwahl im kommenden ...
Jeb Bush meldet Ambitionen für US-Präsidentschaftskandidatur an Washington - Der US-Republikaner Jeb Bush hat seine ...
Über den Dächern Estlands.
872 Kandidaten  Tallinn - In Estland hat am Sonntag die Parlamentswahl begonnen. Um die 101 Sitze in der Volksvertretung ...  
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2825
    Um... den Daesh (IS) auszuschalten sollte und muss jedes Mittel recht ... gestern 21:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2825
    Es... wird langsam klar, dass sich vor den Toren Europas eine Gefahr aufbaut, ... gestern 13:21
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2825
    Wenn... man betrachtet was die Flüchtlinge, fast nur Muslime unter ihnen, in ... gestern 12:40
  • Kassandra aus Frauenfeld 1200
    Na, was habe ich gesagt! Sogar ein Zitat aus Deutschland, wo viele ja weniger Freiheit als ... Fr, 27.02.15 19:33
  • Kassandra aus Frauenfeld 1200
    Asche über mein Haupt! Ich bin einer Plagiatorin aufgesessen! Dank Jorian weiss ich das jetzt ... Fr, 27.02.15 19:03
  • jorian aus Dulliken 1568
    Lieber zombie! Klar kennt man die Gründe für die Asylantenschwemme! Gier: Viele ... Fr, 27.02.15 14:21
  • jorian aus Dulliken 1568
    TTIP (Titel zu kurz) War schon in einer Zeitschrift nachzulesen. Ist jetzt bald ein Jahr ... Fr, 27.02.15 14:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2825
    In... dieser Region git es keine funktionierenden lokalen Behörden. ... Fr, 27.02.15 10:45
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 0°C 5°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Basel 1°C 6°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 2°C 8°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Bern 1°C 10°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Luzern 1°C 9°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 3°C 9°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Lugano 2°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten