Aktivisten organisieren sich über Facebook
publiziert: Montag, 5. Mai 2008 / 13:13 Uhr

Kairo - Ägyptische Menschenrechtsaktivisten haben sich im Kampf gegen Preissteigerungen und Freiheitsbeschränkungen über das Online-Netzwerk Facebook formiert. Die politischen Dissidenten riefen im Internet zum nationalen Streik auf, um gegen die Missstände im Land zu protestieren.

Über Facebook können nicht nur Kontakte geknüpft, sondern gleich auch Streiks organisiert werden.
Über Facebook können nicht nur Kontakte geknüpft, sondern gleich auch Streiks organisiert werden.
Allerdings blieb der Streikaufruf aus dem Social Network am Sonntag weitgehend ungehört.

Die Aktivisten hatten die Bevölkerung dazu aufgefordert, aus Protest zu Hause zu bleiben, nicht einkaufen zu gehen und sich als Zeichen der Bestürzung über die Zustände in schwarz zu kleiden.

Doch der Verkehr in Kairo war chaotisch und rege wie immer und die Mehrheit ging wie gewohnt ihrer Arbeit nach.

Ernste Bedrohung

Dennoch zeigt sich, dass die Online-Aktivisten durchaus ernst bzw. als Bedrohung wahrgenommen werden. So wurde im vergangenen Monat eine junge Ägypterin verhaftet, nachdem sie eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen hatte, die einen Streik am 6. April bewerben sollte.

Die Festnahme von Esraa Abdel Fattah führte aber auch dazu, dass die Webseite mehr Aufmerksamkeit bekam und viele Facebook-Nutzer ihre Freilassung einforderten, berichtet das «Wall Street Journal».

Mittlerweile wurde Fattah wieder in Freiheit entlassen. Die Behörden ihrerseits nehmen indes Facebook ganz genau unter die Lupe und verfolgen jegliche Protestaktivitäten in dem Social Network.

Aktivisten wollen weitermachen

Die grösste Facebook-Gruppe der ägyptischen Aktivisten zählt mittlerweile mehr als 74'000 Nutzer. Viele von ihnen wollen trotz des geringen Erfolgs ihres jüngsten Protestaufrufs weitermachen.

Zuvor war der Streik über Wochen hinweg über E-Mails, SMS und Facebook beworben worden. Die Networking-Dissidenten nutzen dabei in erster Linie virtuelle Flyer bzw. Fotos, die einer typischen Online-Banner-Werbung ähnelten.

Anlass für die Aktion am gestrigen Sonntag war neben den ungeheuren Steigerungen der Lebensmittelpreise auch der 80. Geburtstag von Präsident Hosni Mubarak.

(rr/pte)

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