Ausschreitungen zwischen Albanern und KFOR Soldaten in Mitrovica
Albaner-Demonstration in Mitrovica ist vorerst beendet
publiziert: Montag, 21. Feb 2000 / 20:08 Uhr

PRISTINA - Die Demonstration in der Kosovo-Stadt Mitrovica ist beendet. Stundenlang hatten knapp 100 000 Kosovo-Albaner gegen die Teilung der Stadt protestiert. Sie versuchten in den serbischen Stadtteil zu stürmen.

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Um eine Begegnung zwischen den beiden Völkergruppen zu verhindern, griffen KFOR-Soldaten ein. Die Friedenssoldaten setzten Schlagstöcke und Tränengas gegen die Demonstranten ein. Die aufgebrachte Menge bewarf die KFOR-Truppe mit Steinen.

Tausende stürmten auf die Brücke
Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, versuchten Soldaten die aufgebrachte Menge mit Tränengas davon abzuhalten, die Brücke zu stürmen, die Serben und Kosovo-Albaner in der geteilten Stadt trennt. Den Angaben zufolge warfen die Albaner Steine.

Sie wurden von den KFOR-Soldaten aus Grossbritannien, Frankreich und Dänemark gewaltsam zurückgedrängt. Tausende Kosovo-Albaner trafen am Nachmittag in der Stadt ein. Sie hatten sich am Morgen auf den Weg in Richtung Kosovoska Mitrovica gemacht, um für die Wiedervereinigung der geteilten Stadt zu demonstrieren. Auf der anderen Seite der Brücke versammelten sich bis zu 600 Serben.

Razzia vorübergehend gestoppt
Seit dem Ende des Kosovo-Kriegs kommt es in Kosovska Mitrovica immer wieder zu Gewalttaten, bei denen seit Anfang Februar mehr als zehn Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden waren.

Die KFOR hatte am Wochenende eine Razzia begonnen, um geheime Waffenlager aufzuspüren. Wegen des Protestzugs der Albaner wurde die Razzia am Montag nach Auskunft von KFOR-Sprecher Francis Megerlin zunächst unterbrochen.

Bei der Razzia wurden nach KFOR-Angaben bis Montag 23 Gewehre und Maschinengewehre, mehrere Kilo Explosivstoffe und Munition beschlagnahmt. Sieben Albaner und ein Serbe seien festgenommen worden, sagte ein KFOR-Sprecher in Pristina. Der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, Wesley Clark, sagte in Pristina, die Razzia richte sich hauptsächlich gegen eine serbische Verteidigungsorganisation. Genauere Einzelheiten müssten sich noch zeigen. Der nördliche, serbische Stadteil wird vom selbsternannten Bürgermeister Oliver Ivanovic und dessen Truppe von rund hundert jungen Männern kontrolliert.

Robertson beschuldigt Milosevic
NATO-Generalsekretär George Robertson beschuldigte am Montag in Brüssel den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, hinter einem Teil der «serbischen Provokationen» im Krisenherd Kosovska Mitrovica zu stecken. Die beste Antwort sei die nachdrückliche und robuste Reaktion der Friedenstruppe KFOR, die von der NATO geführt wird. Gleichzeitig zeigte sich Robertson beunruhigt über serbische Truppenbewegungen im Grenzgebiet zum Kosovo.

Robertson wies den Vorwurf der Parteilichkeit von nationalen Kontingenten der KFOR-Truppe zurück. Es könne auch nicht angehen, dass sich die serbische Bevölkerung ihre KFOR-Truppen aussuche.

(sda)

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