Albanien
Albaniens Regierungschef nach Wahlniederlage zurückgetreten
publiziert: Mittwoch, 26. Jun 2013 / 22:43 Uhr
Der klare Verlierer: Der 68-jährige Sali Berisha.
Der klare Verlierer: Der 68-jährige Sali Berisha.

Tirana - Drei Tage hatte die Auszählung der Stimmzettel nach der Parlamentswahl in Albanien gedauert. Drei Tage hoffte Regierungschef Berisha noch auf ein Wunder. Jetzt gestand er seine Niederlage ein.

4 Meldungen im Zusammenhang
Nach seiner klaren Niederlage bei den Parlamentswahlen in Albanien ist der 68-jährige Regierungschef Sali Berisha zurückgetreten. Er übernehme für das schlechte Abschneiden seines rechtskonservativen Parteienbündnisses die Verantwortung, sagte Berisha am Mittwochabend in Tirana.

Er trete auch vom Vorsitz seiner Demokratischen Partei (DP) zurück. Bei der Wahl hatte Berishas Lager nur 56 von 140 Parlamentssitzen erobert. Die oppositionellen vereinigten Linksparteien hatten mit 84 Sitzen einen in dieser Deutlichkeit nicht erwarteten Sieg errungen.

Er beschuldigte die Linksparteien unter Führung des früheren Bürgermeisters von Tirana, Edi Rama, die Abstimmung mit unseriösen Versprechungen gewonnen zu haben. Der Ankündigung freier Gesundheitsfürsorge und Steuerermässigung für fast alle Bürger habe seine Partei nichts entgegensetzen können.

Berisha kündigte an, nicht aus der Politik auszuscheiden und als einfaches DP-Mitglied weiterzumachen. Es war der erste Auftritt Berishas nach dem Wahlabend, an dem er noch einen klaren Sieg seines Lagers vorausgesagt hatte.

Rama will politische Gräben «zuschütten»

Schon am Vorabend hatte sich Sozialistenchef Rama zum Sieger erklärt und von Berisha das Eingeständnis seiner Niederlage verlangt. «Lasst uns als einheitliche Nation weiter auf den Platz im geeinten Europa zugehen, den die Albaner Albaniens und des Kosovos verdienen», hatte er vor begeisterten Anhängern sein Ziel beschrieben. Er rief das tief gespaltene ärmste Land Europas auf, jetzt alle politischen Gräben zuzuschütten und die ruinierte Wirtschaft in Gang zu bringen.

Der konservative Berisha war in den letzten zwei Jahrzehnten der dominierende Politiker in Albanien. Seine Kritiker hatten ihm gross angelegte Korruption und Vetternwirtschaft vorgeworfen. Auch offene Wahlfälschungen sollen auf sein Konto gehen.

In Korruptionsaffären verstrickt

Als Staatspräsident (1992-1997) wurde ihm Mitschuld an den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen gegeben. Als Regierungschef seit 2005 waren er und zahlreiche seiner Minister immer wieder in Korruptionsaffären verstrickt.

Sein erbitterter Widersacher Rama wird jetzt neuer Regierungschef. Der international beachtete Maler hatte als erfolgreicher Bürgermeister der Hauptstadt (2000-2011) Verwaltungserfahrung sammeln können. Kritiker zweifeln an seinem Erfolg als Regierungschef, weil er einige der zwielichtigsten Politiker aus dem Berisha-Lager auf seine Seite gezogen hatte.

 

(dap/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tirana - Die Albaner haben am Sonntag bei Kommunalwahlen über neue ... mehr lesen
Die Wähler in Albanien bestimmten die Bürgermeister von 61 Gemeinden sowie etwa 1600 Gemeinderäte. (Symbolbild)
Sali Berisha steht vor dem Aus. (Archivbild)
Tirana - Der Machtwechsel in Albanien ist perfekt: Die sozialistische Opposition liegt nach Auszählung von 80 Prozent der Wahlurnen komfortabel in Führung. Demnach können die vereinigten ... mehr lesen
Albanien: Gut 3,2 Millionen Stimmberechtigte waren aufgerufen, 140 Abgeordnete für vier Jahre zu wählen.
Tirana - Der Ausgang der Parlamentswahl in Albanien am Sonntag ist nach ersten Wählerbefragungen offen. Zwei Institute warteten am Abend in Tirana mit stark abweichenden ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten Erhebung für den «Daily Telegraph» behaupten die Befürworter eines Verbleibs in der EU mit 51 gegen 46 Prozent zwar eine Mehrheit. mehr lesen  
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem ... mehr lesen
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am Sonntag im zweiten Wahlgang 55,8 Prozent der Stimmen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 0°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 1°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
St. Gallen 2°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Genf 5°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Lugano -1°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten