Olympia - News: Eishockey
Alkohol-Eskapaden: Jenni und von Arx nach Hause geschickt
publiziert: Mittwoch, 13. Feb 2002 / 21:47 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Feb 2002 / 17:24 Uhr

Salt Lake City - Es scheint sich im Schweizer Hockey immer wieder alles zu wiederholen: Ehrenmeldungen ebenso wie Enttäuschungen und Skandale. Wegen einer durchgezechten Nacht wurden Marcel Jenni und Reto von Arx noch vor dem Spiel gegen Weissrussland nach Hause geschickt.

Marcel Jenni wurde wie auch Reto von Arx aus Salt Lake City nach Hause geschickt.
Marcel Jenni wurde wie auch Reto von Arx aus Salt Lake City nach Hause geschickt.
Die Fakten: Nach dem 2:5 gegen die Ukraine und dem Verpassen des Olympia-Ziels wurde in einer Aussprache die enttäushende Situation analysiert. Die gesamte Mannschaft sprach sich dafür aus, in den verbleibenden zwei Olympia-Spielen eine Reaktion zu zeigen und gemeinsam auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren. Unmittelbar nach dieser Aussprache verliessen offensichtlich Jenni und RvA das olympische Dorf und kehrten erst morgens um 7 Uhr wieder zurück.

«Es gibt Zeiten, wo ich als Führungsperson gewisse Linien neu ziehen muss», so Nationalcoach Ralph Krueger, «und das war so ein Fall. Ich konnte dieses unsportliche Verhalten der Mannschaft gegenüber nicht akzeptieren.» Krueger betont, dass Jenni und von Arx nicht als Sündenböcke für die misslungene Olympia-Expedition herhalten müssen, «die gesamte Mannschaft übernimmt die Verantwortung für die beiden Spiele gegen Frankreich und die Ukraine.»

Marcel Jenni hat sich bereits kurz nach der Sanktion beim Verband und insbesondere bei Ralph Krueger entschuldigt. Demgegenüber zeigt von Arx offenbar keine Reue.

Einfach aus dem Staub gemacht

Nicht nach Plan verlief die Abreise des Duos aus Salt Lake City. Swiss Olympic hatte alles organisiert, um 07.15 Uhr wären Jenni und von Arx zuerst von Chef-de-mission-Stellvertreter Werner Augsburger «verabschiedet» und anschliessend zum Flughafen chauffiert worden. Beide erschienen indes nicht zum Termin. Sie hatten nicht etwa verschlafen, sondern das olympische Dorf frühmorgens zwischen drei und vier Uhr verlassen und sich aus dem Staub gemacht.

Eine zusätzliche Busse droht Marcel Jenni und Reto von Arx indes nicht: «Beide sind mit dem Ausschluss schon genug bestraft», so Peter Zahner, der SEHV-Verantwortliche für die Nationalteams.

Schon 1997 erwischt

Jenni und von Arx suchten nicht zum ersten Mal nach einer Nati- Enttäuschung Zuflucht zum Alkohol. Schon an der B-WM 1997 in Polen, als die Schweizer im letzten Turnier unter Simon Schenk hinter Kasachstan und Weissrussland bloss Dritte wurden, zechten beide eine Nacht lang durch und wurden erwischt. Damals kamen sie mit einer Busse in vierstelliger Höhe glimpflich davon.

Nati-Karrieren (wohl) vorbei

Ralph Krueger wollte bei seinem Neuanfang von Sperren nichts wissen. Nach der Wiederholungstat ist indes wahrscheinlich, dass beide unter Krueger nicht in die Nationalmannschaft zurückkehren werden. Krueger: «Es wird für beide sehr schwer -- aber ich sage niemals nie. Wichtig wird sein, wie die beiden Spieler jetzt auf die Situation reagieren werden.»

Reto von Arx und Marcel Jenni sind aber Spieler, auf die ein Schweizer Nationalcoach nicht einfach problemlos verzichten kann. Jenni bestritt bislang 146 Länderspiele, Reto von Arx 101. Nur Crameri bestritt unter Krueger mehr Länderspiele als Jenni. Der Färjestad-Stürmer erzielte ausserdem zehnmal in seiner Karriere ein Siegtor für die Nationalmannschaft -- so viele wie kein anderer. Um Reto von Arx gab es schon vor der definitiven Olympia-Selektion Wirbel, weil er im ersten 17er-Aufgebot von Krueger keine Aufnahme gefunden hatte. Dank guten sportlichen Leistugen spielte er sich dann doch nach Salt Lake City.

Zu einer Farce geriet der Versuch des Verbandes und von Swiss Olympic, die Eskapade bis zwei Stunden vor dem Spiel gegen Weissrussland 25 Stunden lang unter Verschluss zu halten. Über verschiedene Kanäle innerhalb von Swiss Olympic hatte der Ausschluss der beiden Akteure aus der Delegation längst die Runde gemacht...

(kil/sda)

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