Alkoholkranke suchen öfter Hilfe als Heroinabhängige
publiziert: Donnerstag, 17. Okt 2002 / 12:50 Uhr

Neuenburg - Zwei von drei alkoholabhängigen Personen suchen eine ambulante Beratungsstelle auf. Bei den Heroinabhängigen ist es eine von fünf. Das geht aus der Erhebung des Bundesamt für Statistik (BSF) bei den Suchtberatungsstellen im Jahre 2000 hervor.

Nur ein Heroinabhängiger von fünf sucht eine ambulante Beratungsstelle auf.
Nur ein Heroinabhängiger von fünf sucht eine ambulante Beratungsstelle auf.
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Bei 67 Prozent der im Jahr 2000 neu in Beratung gekommenen Fälle war der Alkohol das Hauptproblem. Rund 20 Prozent der Beratungen betrafen die Heroinabhängigkeit. Bei den Alkoholkranken strebt rund ein Drittel eine vollständige Abstinenz an, bei Heroinsüchtigen etwa die Hälfte.

Die Ratsuchenden mit Alkoholproblemen hatten im Durchschnitt bereits während 20 Jahren regelmässig Alkohol konsumiert, bevor sie sich an eine Beratungsstelle wendeten. Bei den Heroinabhängigen beläuft sich diese Zeitspanne auf rund neun Jahre.

Das durchschnittliche Alter der Personen mit Alkohol- oder Heroinproblemen, welche sich einer Beratung unterzogen, ist zwischen 1995 und 2000 um zwei bis drei Jahre gestiegen. Die Heroinsucht betrifft vor allem jüngere Leute: das Durchschnittsalter im Jahr 2000 beträgt 29 Jahre. Bei den Alkoholkranken fällt das Durchschnittsalter höher aus (44 Jahre).

Die Hälfte der Männer und etwas mehr als ein Drittel der alkoholkranken Frauen, die bei einer Suchtberatungsstelle Hilfe suchen, haben ein Erwerbseinkommen, bei den Heroinabhängigen sind es etwas weniger. 11 Prozent der in Beratung stehenden Alkoholkranken und 31 Prozent der Heroinabhängigen beziehen Sozialhilfe.

Ein Drittel der Heroinabhängigen sind zu Beginn der Beratung in einem Methadonprogramm integriert. Der Anteil jener, die sich bereits vor der Kontaktaufnahme mit einer ambulanten Beratungsstelle einer psychosozialen Beratung unterzogen hatte, ist gestiegen.

1995 hatte sich dieser Anteil noch auf 60 Prozent belaufen, 2000 waren es bereits über 70 Prozent. Grund für den Gang zur Beratungsstelle sind mehrheitlich Beziehungs- und psychische Probleme.

(sda)

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