Allawi-Verwandte entführt
publiziert: Mittwoch, 10. Nov 2004 / 19:31 Uhr

Bagdad/Falludscha - Kurz nach Beginn der Grossoffensive auf Falludscha haben Rebellen drei Verwandte des irakischen Premiers Ijad Allawi entführt. Die Geiselnehmer drohten mit ihrer Ermordung, wenn die Offensive nicht gestoppt wird.

Der irakische Regierungschef Ijad Allawi hatte den Einmarsch in Falludscha erlaubt.
Der irakische Regierungschef Ijad Allawi hatte den Einmarsch in Falludscha erlaubt.
Bei den Entführten handelt es sich nach Angaben von Allawis Sprecher um den 75-jährigen Cousin des Regierungschefs, Ghasi Allawi, und dessen Schwiegertochter. Ein Sprecher von Allawis Partei hatte zuvor gesagt, auch die Ehefrau des Cousins sei verschleppt worden.

Eine bislang unbekannte Gruppe namens Gruppe der Dschihad-Partisanen bekannte sich im Internet zu der Entführung. Sie drohte mit der Ermordung der Geiseln, sollte die Offensive auf die Widerstandshochburg nicht innerhalb von 48 Stunden gestoppt und alle irakischen Gefangenen aus den Gefängnissen freigelassen werden.

Ein Sprecher Allawis betonte, die Regierung werde sich von terroristischen Verbrechern nicht in ihrem Anti-Terror-Kampf beirren lassen. Doch auch politisch gerät Allawi immer mehr unter Druck.

Die Islamische Partei, die stärkste sunnitische Partei Iraks, hatte aus Protest gegen den Angriff auf Falludscha ihren einzigen Minister im Kabinett aufgefordert, sein Amt niederzulegen. Als Industrieminister Hadschem al-Hassani sich weigerte, wurde er aus der Partei ausgeschlossen.

Vorstoss fortgesetzt

Trotzdem setzte die US-Armee ihren Vorstoss in Falludscha fort und kontrolliert nach eigenen Angaben bereits fast drei Viertel der Stadt. Strategisch wichtige Gebäude wie das Bürgermeisteramt, Moscheen und Brücken seien eingenommen worden.

Seit Beginn der Grossoffensive in Falludscha am Montagabend wurden nach US-Angaben mindestens elf US-Soldaten und zwei irakische Soldaten getötet. Auch zahlreiche Rebellen seien bei den Kämpfen ums Leben gekommen. Augenzeugen berichteten von Dutzenden Leichen und zwei zerstörten US-Panzern in dem besonders umkämpften Golan-Viertel.

Die Falludscha-Offensive provozierte weitere Attacken auf Vertreter der Staatsmacht. In Mossul griffen Aufständische eine Polizeipatrouille an. Dabei starben sechs Menschen, darunter vier Polizisten.

Bei zwei Sprengstoffanschlägen unweit von Kirkuk starben sechs Angehörige der irakischen Nationalgarde.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
«Unsere Streitkräfte haben 460 Leute evakuiert», sagte ...
Gelungene Flucht  Nahe Falludscha - Hunderten Irakern ist am Freitag die Flucht aus der belagerten Stadt Falludscha gelungen. Es war nach irakischen Angaben die grösste Gruppe, die die seit Tagen umkämpfte Stadt verlassen konnte. Dort leben nach Schätzungen rund 50'000 Menschen. mehr lesen 
Demonstranten drängen in «Grüne Zone»  Bagdad - Tausende Anhänger des Schiitenpredigers Moktada al-Sadr haben am Freitag erneut ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Basel 4°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken wechselnd bewölkt
St. Gallen 1°C 4°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Bern 3°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Luzern 4°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Genf 3°C 7°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Lugano 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=290&lang=de