«Alle Siege zählten für mich doppelt»
publiziert: Dienstag, 21. Feb 2006 / 21:08 Uhr

Der Rücktritt ist Sonja Nef nicht leicht gefallen. Die Appenzellerin kämpfte an der Pressekonferenz im ´House of Switzerland´ in Sestriere, an der sie ihren Abschied als Sportlerin bekannt gab, mit ihren Emotionen.

Sonja Nef verabschiedete sich mit Tränen in den Augen.
Sonja Nef verabschiedete sich mit Tränen in den Augen.
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Und sie war letztlich froh, als sie es hinter sich gebracht hatte. Die Trennung von ihrem geliebten Skisport tat ihr spürbar weh.

Sonja Nef, Sie waren 2001 in St. Anton Weltmeisterin und ein Jahr später in Salt Lake City holten sie Olympia-Bronze. Die letzten beiden Jahre verliefen bezüglich sportlicher Erfolge aber eher zäh. Haben Sie nie bereut, nicht früher zurückgetreten zu sein?

Sonja Nef: «Sportlich gesehen habe ich vielleicht zu spät aufgehört. Aber ich war letztes Jahr einfach noch nicht bereit, und ich hätte es wohl ewig bereut, wenn ich es nicht nochmals versucht hätte. Ich bin eine, die nicht so schnell den ´Bickel´ hinwirft. Wenn das nicht so wäre, dann hätte ich auch nie Weltmeisterin werden können.»

Sie sprechen damit wohl ihre Verletzungen an, ihre insgesamt sieben Knie-Operationen?

«Genau. Ich habe viel mitgemacht, und ich musste einiges einstecken. Deshalb war jeder meiner 15 Siege auch so emotional und für mich zählte jeder Erfolg doppelt oder dreifach. Mein rechtes Knie hat fast keinen Knorpel mehr, das werde ich wohl immer spüren. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Dr. Hohmeister bedanken. Ohne ihn wäre ich wohl schon länger Hausfrau.»

Warum erklärten Sie Ihren Rücktritt in Sestriere?

«Lieber hätte ich auf Schnee Adieu gesagt. Aber die Hüftentzündung machte mir einen Strich durch die Rechnung. Aber in sechs Wochen wäre sowieso Schluss gewesen. Und so habe ich mich entschlossen, hier in Sestriere, wo ich vor zehn Jahren meinen allerersten Sieg gefeiert habe, meinen Rücktritt zu geben. Ich stehle damit ja auch niemandem die Show. Im Slalom vom Mittwoch ist keine Schweizerin am Start. Und ich muss zugeben: Ich habe es genossen, ein letztes Mal im Mittelpunkt zu stehen.»

Jetzt hätten Sie Zeit für den Posten als Hausfrau. Was werden Sie inskünftig tun?

«Ich habe zwei Sachen, die mich derzeit reizen. Aber spruchreif ist noch nichts. Ich musste bis jetzt auf vieles verzichten, und jetzt kann ich endlich mein Leben leben. Darauf freue ich mich sehr.»

Sie wohnen nicht mehr im Haus im salzburgischen Unken, das Sie zusammen mit Ihrem Lebenspartner Hans Flatscher gebaut haben, sondern wieder in der Ostschweiz. Bleibt das so?

«Ja. Ich wurde in Unken nie richtig heimisch. Ich war ja selten dort. Ich vermisste meine Freunde, die ich schon von klein auf kenne, mein ganzes Umfeld. Deshalb werde ich auch in Zukunft mein Lebenszentrum in der Schweiz haben.»

Sonja (Nef), Grub, geb. 19.4.1972.-- Weltmeisterin Riesenslalom 2001, Olympia-Dritte 2002 im Riesenslalom. -- 15 Weltcupsiege; 13 im Riesenslalom und 2 im Slalom von 1996 bis 2003. -- Weltcup-Diszplinensiegerin Riesenslalom 2001 und 2002. -- 1. Weltcup-Rennen am 14. März 1993 im Slalom von Hafjell/No (Out mit Nr. 57) als Auftakt von vier Rennen in Skandinavien, in denen sie dreimal ausschied und als 22. im Riesenslalom von Klövsjö/Sd (mit Nr. 50) ihre ersten Weltcuppunkte holte.

(rr/Si)

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