Optisch kann man beim preisgünstigsten Offroader nichts aussetzen. Der von Renault in Rumänien produzierte SUV wirkt bullig, aber auch robust. Die massiven Türen fallen genau so dumpf ins Schloss wie bei einem Premium-Fahrzeug. Auch im Innern vermag der Duster zu überzeugen. Das Armaturenbrett wirkt nicht übertrieben luxuriös, ist aber auch nicht allzu spartanisch ausgefallen, vermag optisch wie auch bezüglich logischer Anordnung der Armaturen zu überzeugen. Hinten wird absolut genügend Beinfreiheit für drei Personen geboten. Der Gepäckraum ist gross ausgefallen, nimmt er doch nicht weniger als 475 Liter auf. Auch bei umgeklappter Rücksitzbank unterbietet der Duster mit bis zu 1636 Liter die Konkurrenz kaum. Die Laderampe liegt etwas hoch, ist aber eben. Äusserlich ist der Wagen erfreulich kompakt (nur 4,3 Meter lang), was man angesichts der engen Verhältnisse in Parkgaragen sehr schätzt.
Drei Fahrstufen
Für maximalen Antriebskomfort und möglichst geringen Kraftstoffverbrauch stehen bei der von uns gefahrenen 4x4-Version drei Fahrstufen zur Verfügung, die per Knopfdruck aktiviert werden können. Im Auto-Modus fährt der Duster unter normalen Fahrbedingungen treibstoffsparend mit Frontantrieb. Lässt die Traktion nach, leitet die elektromagnetische Kupplung des Partners Nissan einen Teil des verfügbaren Drehmoments vollständig an die Hinterachse. Bei extremen Bedingungen, etwa auf verschneiten Strassen oder matschigem Untergrund erfolgt bis zu 50 Prozent der Kraftübertragung auf die Hinterräder. Wir konnten uns vergewissern, dass damit ausgezeichnete Winterfahreigenschaften geboten werden. Im Gelände kommt ihm auch die Bodenfreiheit von 21 Zentimeter zugute und der Fahrer kann hier manuell in den starren Allradmodus wechseln («Lock»). Dann ist der Duster bei geringer Geschwindigkeit mit einer festen Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Verhältnis 50:50 unterwegs. Alternativ kann man den 4x4-Betrieb auch komplett abstellen und treibstoffsparend nur mit angetriebenen Vorderrädern fahren. Dank Kontrolllampen am Armaturenbrett ist ein Nachprüfen des gewählten Modus auch einfach.
Bewährter und sparsamer Renault-Motor
Unser Testfahrzeug war mit dem starken Dieseltriebwerk aus dem Renault Regal ausgestattet, mit dem dCi FAP. Es handelt sich also um eine bewährte Renault-Technik mit Direkt Common-Rail und Multi-Injection sowie Turbokompressor und Ladeluftkühler. Er leistet 110 PS und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 168 km/h. Im Innern wird es kaum sehr laut, doch lassen modernste Fahrzeuge weniger Fahrgeräusche ins Innere. In 12,5 Sekunden ist die Geschwindigkeit von 100 km/h erreicht. Der Verbrauchswert wird im Mix vom Werk mit erstaunlichen 5,6 Litern auf 100 Kilometer angegeben. In der Stadt sind es 6,5, ausserstädtisch 5,4 Liter. Da ein 50 Liter-Tank zur Verfügung steht, ist eine grosse Reichweite gegeben. Wohl trägt auch das für einen SUV tiefe Gesamtgewicht von nur 1415 Kilo zum günstigen Verbrauch bei. Mit dem Sechsgang-Getriebe lässt sich die Geschwindigkeit gut dosieren. Nur der erste Gang ist etwas gewöhnungsbedürftig, da er kurz ausgefallen ist.
Gehobene Ausstattungsversion empfehlenswert
Ausstattungsmässig ist die uns für den Test zur Verfügung gestellte Version Lauréate zu empfehlen, die mit 26'100 Franken immer noch ungeschlagen am preisgünstigsten ist. Die günstigste Version ist nämlich etwas spartanisch ausgestattet, wie man es in der Schweiz nicht so gewöhnt ist, doch wollte der Importeur wohl beim preisgünstigsten 4x4-Duster die 20'000-Franken-Marke nicht überschreiten. Die Version Lauréate bietet dagegen alles, was man erwartet und was Standard ist, auch sicherheitsmässig, mit Ausnahme vielleicht der fehlenden elektrischen Fensterbetätigung hinten, für die ein Aufpreis zu bezahlen ist.
(Franz Welte, St.Gallen/St.Galler Nachrichten)