Allgemeine Wahlen in Bosnien-Herzegowina haben begonnen
publiziert: Samstag, 11. Nov 2000 / 09:09 Uhr

Sarajevo - In Bosnien-Herzegowina haben am Samstagmorgen allgemeine Wahlen begonnen. Die Wahlberechtigten sind aufgerufen, über den künftigen Kurs den Landes und einen Wechsel hin zu einer nicht nationalistischen Reformpolitik zu entscheiden.

Es werden das gesamtbosnische Parlament und die Parlamente der beiden Landesteile - der moslemisch-kroatischen Föderation und der Serbenrepublik - neu gewählt. Die Einwohner von Srebrenica werden gleichzeitig auch die Kommunalverwaltung wählen. Die rund 3700 Wahllokale bleiben bis 19.00 Uhr geöffnet. Erste Wahlergebnisse werden am Montag erwartet. 44 Parteien und ein Bündnis haben Ihre Kandidaten aufgestellt. Um Parlamentssitze ringen auch mehrere Unabhängige. Wahlberechtigt sind 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger.

Internationale Beobachter

Der Wahlverlauf wird von 760 OSZE-Beobachtern sowie von einer 21-köpfigen Delegation der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und einer Delegation der Parlamentarischen Versammlung des Europarates beobachtet werden. An der Beobachtungsmission sind auch zehn Schweizer Experten beteiligt.

Dies sind die letzten Wahlen in Bosnien, die von der OSZE veranstaltet und finanziert werden. Die Wahlkosten belaufen sich auf 10,17 Millionen Euro (15,4 Mio. Franken).

Als Favoriten gelten die Sozialdemokratische Partei, die Nachfolgepartei des Kommunistenbundes, in der Moslemisch-kroatischen Föderation sowie die SDS sowie die Partei des Demokratischen Fortschrittes (PDP) in der Serbischen Republik.

Die HDZ will gleichzeitig ein Referendum über den Status der kroatischen Volksgemeinschaft in der Föderation abhalten. Das Büro des Hohen Repräsentanten hat das Referendum als verfassungswidrig bezeichnet.

Das Helsinki-Komitee für Menschenrechte in Bosnien hatte die Wahlkampagne, namentlich ihren Verlauf in der Föderation, als die "schmutzigste" in den letzten fünf Jahren bezeichnet.

(klei/sda)

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