Alternatives Entwicklungsforum in Mexiko hat begonnen

publiziert: Freitag, 15. Mrz 2002 / 07:22 Uhr

Monterrey - Vier Tage vor Beginn der internationalen UNO-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung hat in der nordmexikanischen Stadt Monterrey ein Forum von Globalisierungskritikern begonnen. UNO-Menschenrechtskommissarin Mary Robinson rief gleichzeitig zur Hilfe der ärmsten Ländern auf.

Die überwiegend antikapitalistisch eingestellten Gruppen aus 30 Ländern wollen alternative Strategien zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung in der Dritten Welt aufzeigen, die sich von den Leitlinien des so genannten Monterrey-Konsenses unterscheiden.

Dieser Konsens soll bei der UNO-Konferenz in der kommenden Woche, zu der 50 Staats- und Regierungschefs und rund 300 Minister erwartet werden, ohne Änderungen angenommen werden. Die Globalisierungsgegner kritisieren, dass ihre Vorstellungen aus der Endfassung des Monterrey-Konsenses herausgefallen seien. 

Dieser überbetone die Rolle der Privatwirtschaft bei der Entwicklungsfinanzierung, weise den Entwicklungsländern eine zu grosse Mitschuld an ihrer Unterentwicklung zu und sei bei der Forderung an die Industrieländer, ihre staatliche Entwicklungshilfe zu erhöhen, nicht verbindlich genug. Wirtschaftsleute und Akademiker sollten sich an die Spitze der Entwicklungshilfe setzen und mit ihrem Sachverstand und ihren Erfahrungen den ärmsten Ländern der Welt helfen, erklärte Mary Robinson an einem Treffen von rund 260 Nichtregierungsorganisationen.

In Monterrey will die Weltgemeinschaft ab Montag erstmals gemeinsam mit internationalen Finanzorganisationen und Wirtschaftsvertretern ein umfassendes Rezept vorlegen, wie sich der Kampf gegen die Armut finanzieren lässt. Dabei geht es nicht nur um die klassische Entwicklungshilfe aus der Staatskasse, sondern auch um private Gelder aus Handel und Investitionen. 


 

(dev/sda)

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