Am Heim-PC auf Shopping-Tour in Shanghai
publiziert: Samstag, 29. Sep 2007 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Samstag, 29. Sep 2007 / 10:03 Uhr

Austin/Shanghai - Mit einer Shopping-Tour am Heim-PC buhlt ein texanisch-chinesisches Startup um Kunden aus den USA und Westeuropa. ShangBy , das mittlerweile finanzielle Mittel in Höhe von einer Mio. Euro von den Investmentfirmen Draper Richards und G-51 einsammeln konnte, hat sich auf Schmuck spezialisiert.

Das Unternehmen wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe.
Das Unternehmen wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe.
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Unter dem Motto «Ferngesteuertes Einkaufen» will der Neueinsteiger zum Kauf von vergleichsweise günstigen Edelsteinen und Perlenketten in Shanghai animieren.

Das ShangBy-Geschäftsmodell setzt auf die Billigpreise am chinesischen Markt. Stücke, die in den USA üblicherweise unter 1000 Dollar kosten, sind im Reich der Mitte fünf bis zehn Mal billiger, teurer Schmuck ab 1000 Dollar kostet zwei bis fünf Mal weniger.

Darüber hinaus spart ShangBy bei Personal- und Telekommunikationskosten. Diese sind ebenfalls auf chinesischem Niveau.

Per Video zum Einkauf

Der Einkauf funktioniert so: In Shanghai besucht eine ShangBy-Angestellte die Juwelierläden. Schmuck und Verkaufsgespräche werden direkt ins Internet übertragen.

Die Anleitung übernimmt ein von der Firma ausgewählter, registrierter Kunde von seinem Heim-PC aus. Die Übertragung macht es möglich, auf Zuruf einzelne Stücke aus der Nähe zu betrachten bzw. direkte Preisverhandlungen mit den Ladenbesitzern zu führen.

Nach dem Kauf kann sich jeder potenzielle Käufer das Video auf der Website des Unternehmens ansehen und das entsprechende Schmuckstück zum selben Preis erwerben.

Keine Billig-Kopien

«Das ist wie nach Shanghai fliegen ohne nach Shanghai zu fliegen», schwärmt ShangBy-Chef Stephen Bell in der New York Times. Zum Verkauf gelange ausschliesslich No-Name-Ware.

Billige chinesische Kopien von Markenschmuck seien nicht erhältlich, wehrt sich Bell gegen den üblichen Plagiatsvorwurf. Der Verbraucher sollte sich dennoch genau ausrechnen, ob sich der Kauf lohnt, heisst es beim BITKOM. Zum Preis für die Ware müssten die Umsatzsteuer sowie eventuell Einfuhrzölle berechnet werden.

Sicherheitsfragen in China

Dazu kommen noch Versandkosten. Ausserdem stelle sich insbesondere beim Einkauf in China auch die Sicherheitsfrage.

Ungeachtet dieser Bedenken will ShangBy in Zukunft auf dem asiatischen Markt expandieren. Neues Personal soll eingestellt werden.

< Geplant ist ausserdem der Start von Shopping-Kanälen, um dem Netzwerk der Einkaufssender die Stirn bieten zu können.

(tri/pte)

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