Am Sonntag fallen die Würfel
publiziert: Freitag, 17. Okt 2003 / 07:45 Uhr

Bern - Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt fallen die Würfel: Am Wochenende wählen die Schweizerinnen und Schweizer ihr neues Parlament. 2836 Frauen und Männer bewerben sich um einen Nationalratssitz; 110 Personen zieht es in die kleine Kammer.

Erstmals seit den 1970-er Jahren ist die Zahl der Kandidierenden für Nationalratswahlen rückläufig.
Erstmals seit den 1970-er Jahren ist die Zahl der Kandidierenden für Nationalratswahlen rückläufig.
Die rund 4,7 Millionen wahlberechtigten Schweizerinnen und Schweizer haben bis Sonntagmittag Zeit, ihre politischen Rechte wahrzunehmen.

Punkt 12 Uhr werden die Wahllokale schliessen. Auf die Mitglieder der meisten kommunalen Wahlbüros warten hohe Zettelberge und stundenlanges Auszählen von Hand.

In allen 26 Kantonen sind die künftigen Mitglieder des Nationalrates zu bestimmen. 1844 Männer und 992 Frauen kandidieren in den zwanzig Proporzkantonen für die dort zu vergebenden 194 Sitze in der grossen Kammer. Die Namen der Kandidierenden stehen auf insgesamt 262 Listen.

Rückläufiges Interesse

Erstmals seit den 1970-er Jahren ist die Zahl der Kandidierenden für Nationalratswahlen rückläufig.

Vor vier Jahren hatten sich noch neun Personen mehr für das Amt einer Volksvertreterin oder eines -vertreters in Bundesbern interessiert; damals zählte das Land 21 Kantone mit Proporzverfahren.

Zwischenzeitlich haben sechs Kantone eine Einervertretung in der grossen Kammer. Aufgrund der jünsten Volkszählung dürfen die Ausserrhodener Wahlberechtigten nurmehr einen Abgeordneten nach Bern entsenden.

Dieser wird - wie auch seine künftigen Ratskollegen der übrigen "Einer"-Kantone - im Majorzverfahren erkoren.

Eine solche Majorzwahl in den Nationalrat steht neben dem traditionell protestantischen Appenzeller Halbkanton in Innerrhoden, Uri, Obwalden, Nidwalden und Glarus an.

Ausser im Kanton Glarus - dort tritt offiziell einzig der Bisherige Werner Marti (SP) an - kandidieren jeweils mehrere Personen.

SP und SVP in Umfragen vorne

Wie sich der Nationalrat in seiner 47. Amtsdauer zusammensetzt, wird sich im Verlauf des Sonntagnachmittags in den Hochrechnungen abzeichnen.

Bis zu den späteren Abendstunden konkretisiert sich die Zusammensetzung in Resultaten. Diese sollten, mit Ausnahme der Schlussergebnisse im Kanton Bern, bereits am Sonntag vorliegen.

Rückschlüsse auf Sitzgewinne und -verluste lassen sich wegen des föderalistischen Wahlsystems allerdings nicht mit Gewissheit ziehen. Jene, die in dieser Frage Klarheit wollen, müssen sich bis Montag gedulden.

Um die Spitzenplätze in der Wählergunst kämpfen gemäss den Umfragen der vergangenen Monate die SP und die SVP. Sie können heuer mit je rund einem Viertel der Wählerstimmen rechnen. Die Umfragewerte der FDP schwanken um zwanzig, jene der CVP zwischen 12 und 15 Prozent.

Sechs Ständeratssitze schon vergeben

In die kleine Kammer wollen 84 Männer und 26 Frauen einziehen. Das sind sechs Kandidierende weniger als vor vier Jahren.

Wie schon damals sind bereits sechs der 46 Ständeratssitze vergeben: Die Standesvertreter aus Obwalden (1 Sitz), Appenzell Innerrhoden (1), Zug (2) und Graubünden (2) stehen für die nächste Legislatur fest.

Auf nationaler Ebene spannend verspricht die Ständeratswahl im Kanton Genf zu werden. Dort muss sich die Bisherige Christiane Brunner nicht nur gegen einen geeinten Bürgerblock durchsetzen.

Die Präsidentin der SP Schweiz sieht ihre Position darüber hinaus durch ein Zerwürfnis unter der politischen Linken geschwächt. Im Kanton Neuenburg kommt es bei der Ständeratswahl zu einer Premiere.

Erstmals dürfen sich Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungsbewilligung daran beteiligen. Sie müssen seit mindestens fünf Jahren im Kanton leben. Ein Ausländerwahlrecht auf Kantonsebene kennt der Kanton Jura seit seiner Gründung 1979.

(bsk/sda)

 
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