Problem seit Jahren bekannt
Amerikanische Polizei wegen Rassismus unter Beschuss
publiziert: Montag, 16. Apr 2001 / 07:11 Uhr

Washington - Martin Luther Kings Traum von einem Amerika, in dem Menschen aller Rassen gleichberechtigt zusammen leben, ist noch immer nicht verwirklicht. Das zeigen die gewalttätigen Ausschreitungen in der Grossstadt Cincinnati.

Der 19-jährige unbewaffnete Schwarze, der im US-Bundesstaat Ohio von einem weissen Polizisten erschossen wurde, war der 15. Afroamerikaner, der seit 1995 von Polizisten der 331 000-Einwohner- Stadt getötet wurde. Seit diesem Zeitpunkt sind bei Polizeiaktionen keine Weisse umgekommen.

Cincinnatis Bevölkerung ist zu 43 Prozent schwarz, 72 Prozent der Polizisten sind jedoch weiss. Zwei Bürgerrechtsbewegungen hatten schon vor dem jüngsten Vorfall Klage gegen die Polizei eingereicht. Sie werfen ihr eine dreissig Jahre währende Rassendiskriminierung vor. Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt wegen rassistischer Zwischenfälle in die Schlagzeilen geriet. «Ein Ende des Rassismus ist hier weit von Realität entfernt», sagte Bürgermeister Charles Luken. «Aber ich gebe mein Wort: Eines Tages wird unsere Stadt besser sein.»

Seit den sechziger Jahren gab es in auch in anderen US-Städten immer wieder Krawalle nach Übergriffen weisser Polizisten auf schwarze Bürger. Im Jahr 1965 flammten in Watts, einem Stadtteil von Los Angeles, die schlimmsten Strassenunruhen seit dem Zweiten Weltkrieg auf. Dabei starben 34 meist schwarze Menschen und Hunderte wurden verletzt. Ein Schwarzer war aus unersichtlichen Gründen gewaltsam festgenommen und ein farbiges Mädchen beschuldigt worden, einen weissen Polizisten angespuckt zu haben. 1992 war Los Angeles erneut Schauplatz von Strassenschlachten, bei denen 52 Menschen umkamen. Auslöser war diesmal ein Video. Es zeigte, wie vier weisse Polizisten den Schwarzen Rodney King auf offener Strasse zusammenschlugen. Die Männer wurden in den Hauptanklagepunkten freigesprochen.

Ein weiterer Aufstand ereignete sich 1996 in St. Petersburg in Florida. Ein Polizist hatte in einer Verkehrskontrolle einen schwarzen Autofahrer erschossen. Auch dieser Beamte verliess das Gericht als freier Mann. Solche Freisprüche sind keine Seltenheit. So kamen vier Polizisten ungestraft davon, die in New York 1999 einen Afroamerikaner mit 41 Schüssen töteten. Freigesprochen wurden auch die Polizisten, die vor 31 Jahren 400 Kugeln auf den Mädchenschlafsaal des nur von Schwarzen besuchten Jackson State Colleges in Mississippi abfeuerten und zwei Jugendliche töteten. Ungestraft blieb auch ein Polizist, der 1970 in Boston einen Spitalpatienten erschossen hatte. Der Schwarze hatte ein Handtuch nach ihm geworfen. Die US-Polizei steht seit vielen Jahren unter dem Beschuss von Bürgerrechtsbewegungen. Eine Untersuchung im Bundesstaat New Jersey ergab, dass 77 Prozent aller Verkehrskontrollen auf den Autobahnen schwarze Fahrer betreffen.

Das Repräsentantenhaus des Bundesstaates Illinois hat die Polizei in der vergangenen Woche gesetzlich verpflichtet, die Rasse aller angehaltenen Autofahrer zu notieren. Der Polizeichef der Bundeshauptstadt Washington reagierte vor wenigen Tagen ebenfalls auf die Probleme. Er ordnete eine Studie über die Rassenpolitik der Stadtpolizei an, nachdem Polizisten per E-Mail rassistische Nachrichten ausgetauscht hatten.

(sda)

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