Ecuador gewährt Wikileaks-Gründer Asyl
Amerikanische Staaten beschäftigen sich mit Assange
publiziert: Donnerstag, 16. Aug 2012 / 15:29 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Aug 2012 / 23:09 Uhr
Ecuador hat Julian Assange Asyl gewährt. (Archivbild)
Ecuador hat Julian Assange Asyl gewährt. (Archivbild)

London - Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat wegen des diplomatischen Streits zwischen Grossbritannien und Ecuador um Wikileaks-Gründer Julian Assange eine Dringlichkeitssitzung anberaumt.

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Das Treffen finde am Donnerstag um 16.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) am OAS-Sitz in Washington statt, teilte die OAS mit. Zum Bündnis gehören rund 30 Staaten des amerikanischen Kontinents. Assange hält sich seit etwa zwei Monaten in der Botschaft Ecuadors in London auf. Am Donnerstag wurde ihm von Ecuador «diplomatisches Asyl» gewährt.

Der britische Aussenminister William Hague sagte anschliessend, der Streit könne noch Monate oder Jahre dauern. Grossbritannien will Assange die Ausreise nicht gestatten, weil er nach Schweden ausgeliefert werden soll. Assange selbst will die Ausreise notfalls vor dem Internationalen Gerichtshof erstreiten.

Unfairer Prozess erwartet

In Schweden will die Staatsanwaltschaft Assange wegen des Verdachts der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung vernehmen. Assange fürchtet, in Schweden würde ihn kein fairer Prozess erwarten. Unter Umständen könne er von dort auch in die USA überstellt werden, wo er wegen der Veröffentlichung zahlreicher Geheimdokumente zum Tode verurteilt werden könne.

Das britische Aussenministerium machte am Donnerstag erneut deutlich, dass Grossbritannien Assange kein freies Geleit für einen Flug nach Ecuador gewähren wird. «Wir haben mehrfach unsere Position in den Diskussionen mit der ecuadorianischen Regierung deutlich gemacht», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in London.

Rechtliche Verpflichtung

Grossbritannien habe eine rechtliche Verpflichtung, Assange an Schweden auszuliefern. «Wir sind weiterhin entschlossen, diese Verpflichtung zu erfüllen», heisst es in der Mitteilung des Ministeriumssprecher weiter.

Vor der ecuadorianischen Botschaft in London nahm die britische Polizei drei Personen fest. Dabei handelte es sich vermutlich um Anhänger von Assange. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah, wie mehrere Personen von der Polizei weggezerrt wurden, nachdem sie Anordnungen nicht gefolgt waren, auf die andere Strassenseite zu gehen.

(bg/sda)

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