Ammann - und sonst vor allem Durchschnitt
publiziert: Montag, 5. Mrz 2007 / 00:01 Uhr / aktualisiert: Montag, 5. Mrz 2007 / 00:27 Uhr

Einmal Gold, einmal Silber, «besser» als Österreich - so gut wie in Sapporo war die Schweiz an nordischen Ski-Weltmeisterschaften noch nie. Doch die beiden Coups von Simon Ammann verdeckten viel Durchschnittliches.

Ausser Simon Ammann hatte Swiss-Ski in Sapporo keine Knüller zu bieten.
Ausser Simon Ammann hatte Swiss-Ski in Sapporo keine Knüller zu bieten.
Da war keine Frauen-Staffel wie das Quartett, das vor fünf Jahren in Salt Lake City praktisch aus dem Nichts Olympia-Bronze gewann; kein Kombinierer wie Andy Hartmann, der sich damals zweimal unter den ersten zehn klassierte. Wer das bei jeder Gelegenheit erwartet, verkennt ja auch die Realität.

Ausser Ammann hatte Swiss-Ski 35 Jahre nach den denkwürdigen Winterspielen in der gleichen Stadt («Goldene Tage von Sapporo») keine Knüller zu bieten. Andreas Küttel, der zweite Schweizer Weltklasse-Skispringer, überzeugte nach zwei völlig missglückten Wettkämpfen auf der Grossschanze immerhin auf dem kleinen Bakken (5.).

Langläufer Toni Livers bestätigte den sensationellen Weltcupsieg von Davos mit einem sportlich nicht minder wertvollen 9. Platz in der WM-Doppelverfolgung. Seraina Mischol war als 14. des Sprints eine Klasse besser als im Weltcup.

Hoffnung für Langlauf

Ansonsten kam vom Team des neuen Cheftrainers Giachem Guidon nicht viel. Doch im Schweizer Langlauf wächst eine Gruppe von Athleten heran, die den Abstand zur Weltspitze - wie von Reto Burgermeister oder Christoph Eigenmann in den letzten Jahren vorgemacht - deutlich verringern kann.

Die Frage ist allerdings nicht, ob sich die Schweizer verbessern, sondern vielmehr, wie sie sich in Relation zur immer grösser werdenen Konkurrenz verbessern. Die geplante Verpflichtung eines zusätzlichen Trainers für den Elite-Bereich ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. «Von der Betreuung her laufen wir in dieser Saison am Anschlag», sagt Guidon.

Schwache Kombinierer

Das gilt in einer anderen Sparte noch viel mehr. Die Kombinierer sind das schwächste Glied in der Swiss-Ski-Kette. Ihre dürftige WM-Bilanz konnte auch der 5. Platz hinter den «Big Four» im Teamwettkampf nicht schönen. Dafür sprang das Schweizer Quartett einfach zu schlecht. In den acht Einzel-Wettkämpfen an den vier Grossanlässen seit Olympia 2002 war nie ein Schweizer besser als 15.

Massive Budgetkürzungen - im Hinblick auf diese Saison wurde der Etat gleich um 25 Prozent gekürzt - sind nicht der einzige Grund für die Misere. Die Athleten bleiben den Beweis Mal für Mal schuldig, im entscheidenden Moment über sich hinauswachsen zu können. Die vereinzelten Stimmen, wonach Swiss-Ski die 600´000 Franken der Kombinierer besser in andere Disziplinen investieren würde, bringt man mit solchen Leistungen nicht zum Verstummen.

(von Philipp Bärtsch, Sapporo/Si)

 
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