publiziert: Sonntag, 5. Feb 2012 / 17:36 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 5. Feb 2012 / 20:13 Uhr
Ammann, am Vortag noch guter Fünfter, musste auf der Anlage in Predazzo einen Dämpfer hinnehmen, den er selber verschuldete. Der Schweizer setzte auf die Karte Risiko und attackierte am Tisch zu resolut. Er sprang radikal in die Vorlage. Weil er gleichzeitig den Absprung verpasste, flog er viel zu flach über den Vorbau und setzte im ersten Umgang bereits nach 115,5 m auf.
Der begnadete Flieger konnte den Sprung bei Rückenwind nicht mehr retten. Ammann beklagte doppeltes Pech: Einerseits verhaute er den Sprung, andererseits half den schwächeren Springern zu Beginn des Wettkampfs noch der Aufwind. Die Wind- und Anlaufregel kompensiert diese gegensätzlichen Verhältnisse nicht vollständig. Ammann wird das Springen vom Sonntag am WM-Ort 2013 als Betriebsunfall abhaken, zumal er eine Stunde zuvor als Vierter der Qualifikation noch solid gesprungen war. Letztmals hatte er im März 2008 in Lillehammer einen Finaldurchgang verpasst.
Am Samstag bestätigte Ammann mit Rang 5 und dem besten Saisonresultat seinen generellen Aufwärtstrend. Mit 128,5 und 127,5 m verfehlte der Toggenburger sein 63. Weltcuppodest nur knapp. Die Topspringer liegen - abgesehen von einem Schlierenzauer in Bestform - zumindest in Reichweite.
Nummer 40 für Schlierenzauer
Der Pole Kamil Stoch verhinderte am Sonntag den 41. Weltcupsieg des Österreichers Gregor Schlierenzauer. Mit 131,5 m im Finaldurchgang fing er den Tiroler, der 130 m nachlegte, noch ab. 24 Stunden zuvor hatte Schlierenzauer seinen 40. Weltcupsieg in überlegener Manier gefeiert. Mit 134 und 134,5 m zeigte der Tiroler am Samstag in beiden Durchgängen die weitesten Flüge. Nach dem Wochenende im Val di Fiemme liegt der Sieger der Vierschanzentournee in der Overallwertung bloss noch drei Zähler hinter Andreas Kofler, der mit den Rängen 6 und 16 schwächelte.
In der ewigen Bestenliste der Weltcupspringen fehlen dem erst 22-jährigen Schlierenzauer nur noch sechs Siege zur Vorgabe des Finnen Matti Nykänen. Sofern der Österreicher seine Form konserviert, besteht die Chance, dass die Rekordmarke bereits in dieser Saison fällt. Noch sind acht Springen ausstehend. Der nächste Wettkampf folgt am Samstag in Willingen.
(fest/Si)