Folter weitverbreitet
Amnesty International besorgt über Menschenrechtslage im Irak
publiziert: Montag, 11. Mrz 2013 / 08:57 Uhr
Laut einem Bericht von Amnesty International noch immer zahlreiche Menschenrechtsverstösse in Irak. (Symbolbild)
Laut einem Bericht von Amnesty International noch immer zahlreiche Menschenrechtsverstösse in Irak. (Symbolbild)

Berlin - Zehn Jahre nach dem Ende der Herrschaft von Saddam Hussein im Irak gibt es laut einem Bericht von Amnesty International noch immer zahlreiche Menschenrechtsverstösse in dem Land. Folter und unfaire Gerichtsverfahren seien Alltag im Irak.

3 Meldungen im Zusammenhang
Zwar hätten die Iraker heute mehr Freiheiten, jedoch seien Folter, Angriffe auf Zivilisten und unfaire Gerichtsverfahren an der Tagesordnung, hiess es in dem am Montag veröffentlichten Bericht mit dem Titel «Ein Jahrzehnt der Menschenrechtsverletzungen».

«Weder die irakische Regierung, noch die ehemaligen Besatzungsmächte halten sich an grundlegende Menschenrechtsstandards, und die Menschen im Irak zahlen den Preis dafür», sagte der Irak-Experte von Amnesty, Carsten Jürgensen. «Wenn die irakische Regierung keine grundlegenden Reformen zum Menschenrechtsschutz angeht, dann sieht die Zukunft des Irak düster aus.»

Folter weitverbreitet

Der Bericht beschreibt, wie die irakischen Behörden Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit angesichts der anhaltenden tödlichen Angriffe durch bewaffnete Gruppen missachten. Demnach ist Folter weitverbreitet und wird insbesondere gegen Gefangene angewendet, die im Zusammenhang mit Terrorismus-Vorwürfen festgenommen wurden.

Zu den Foltermethoden zählen laut dem Bericht unter anderem Elektroschocks an Genitalien und anderen Stellen des Körpers sowie der Entzug von Nahrung, Wasser und Schlaf. Den Gefangenen werde mit Vergewaltigung oder der Festnahme und Vergewaltigung ihrer weiblichen Verwandten gedroht.

Viele Gefangene würden nach unfairen Prozessen auf der Grundlage von Geständnissen, die sie unter Folter gemacht haben, zum Tode verurteilt. Der Irak gehöre mit 129 Hinrichtungen im Jahr 2012 zu den weltweit führenden Vollstreckern der Todesstrafe, sagte Jürgensen.

Auch Amerikaner und Briten

Amnesty zufolge wurden Menschenrechtsverletzungen im Irak von den britischen und US-Soldaten ebenso begangen wie von den Irakern selbst. «Alle drei Länder haben dabei versagt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen», sagte Jürgensen.

In Grossbritannien und den USA habe es trotz vereinzelter Untersuchungen keine systematischen Ermittlungen zu den weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen durch die eigenen Streitkräfte gegeben.

Saddam Hussein war einige Wochen nach dem US-Einmarsch im Irak im März 2003 verschwunden und wurde im Dezember desselben Jahres von US-Soldaten in seinem Versteck, einem Erdloch im Nordirak, gefunden. Auch nach dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen dauerte die Gewalt in dem Land an.

(hä/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Im vergangenen Jahr ... mehr lesen 2
Die Zahl der Todesurteile ist gestiegen. (Symbolbild)
Etschmayer Tausende schmachten in Gefängnissen. Ohne Prozess, ohne Chance auf eine faire Verhandlung. Stattdessen steht Folter mit Bohrmaschinen und Stromstössen, Ersticken und Schlägen mit Stromkablen auf dem Programm. Die so erpressten Geständnisse werden als Basis für die Unrechtsurteile von Gerichten, die diesen Namen gar nicht verdienen, verwendet, was nicht selten zu Todesurteilen führt, wenn die Gefangenen nicht schon an der Folter ums Leben kommen. mehr lesen  1
Schlimme Zustände herrschen in irakischen Gefängnissen.
London - In irakischen Gefängnissen ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 9°C 24°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 10°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 9°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Luzern 11°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 15°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 21°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten