Amnesty:«Kongos Feier ist scheinheilig»
publiziert: Mittwoch, 30. Jun 2010 / 07:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 30. Jun 2010 / 20:51 Uhr

Kinshasa - Amnesty International hat die Unabhängigkeitsfeiern in der Demokratischen Republik Kongo angesichts der Menschenrechtslage in dem zentralafrikanischen Land als heuchlerisch kritisiert.

Schwere Vorwürfe gegen den Kongo. (Symbolbild)
Schwere Vorwürfe gegen den Kongo. (Symbolbild)
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«Es ist vollkommen scheinheilig von der Demokratischen Republik Kongo, Feierlichkeiten zu organisieren, ohne die himmelschreiende Lage der Menschenrechte in diesem Land anzuerkennen», erklärte die in London ansässige Menschenrechtsorganisation.

50. Jahrestag

Heute sollte im Kongo der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Belgien mit einer grossen Militärparade und internationalen Gästen, darunter UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und der belgische König Albert II., gefeiert werden.

Für Menschenrechtskämpfer werde die Lage im Kongo immer gefährlicher, kritisierte Amnesty. Die Organisation erinnerte an die Ermordung des Aktivisten Floribert Chebeya Anfang des Monats.

Weltweite Kritik

Die Tat hatte weltweit Kritik und Forderungen nach einer internationalen Untersuchung ausgelöst. Im Zuge der Ermittlungen der kongolesischen Behörden wurden etwa ein Dutzend Polizeibeamte festgenommen.

Amnesty bemängelte zudem, dass die Morddrohungen gegen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten im Kongo «in einer alarmierenden Geschwindigkeit» zugenommen hätten.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) forderte die ehemalige Kolonialmacht Belgien auf, «die physische Sicherheit von Journalisten» in der Demokratischen Republik Kongo in der Europäischen Union auf die Tagesordnung zu setzen, wenn es am Donnerstag den EU-Ratsvorsitz übernimmt.

Bei den Unabhängigkeitsfeiern dürfe der Kongo die vergangenen 50 Jahre nicht nur positiv darstellen, erklärte die Organisation. Vielmehr müsse die Regierung von Staatschef Joseph Kabila «den Schraubstock, der auf die freie Information drückt, entfernen».

(sl/sda)

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