Wirft wahllose Angriffe vor
Amnesty übt Kritik an syrischer Regierung
publiziert: Mittwoch, 19. Sep 2012 / 12:30 Uhr
Amnesty wirft Syrien wahllose Angriffe auf Zivilisten vor.
Amnesty wirft Syrien wahllose Angriffe auf Zivilisten vor.

Beirut - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der syrischen Regierung vorgeworfen, wahllos Wohnviertel anzugreifen. Die Angriffe richteten sich nicht gegen oppositionelle Kämpfer oder militärische Ziele, sondern seien offenbar ausschliesslich ein Mittel zur Bestrafung von Zivilisten, die mit den Aufständischen sympathisierten.

5 Meldungen im Zusammenhang
Anstatt mit Infanterie gegen Stellungen der Rebellen vorzugehen, würden die Regierungstruppen verstärkt auf Artillerie- und Mörserbeschuss von Dörfern und Städten setzen, erklärte Amnesty am Mittwoch. Bei diesen ungezielten Angriffen leide vor allem die Zivilbevölkerung.

Schwere Waffen dürften niemals in Wohngebieten eingesetzt werden, sagte die Amnesty-Krisenbeauftragte Donatella Rovera, die kürzlich in Syrien war.

In den vergangenen Wochen konzentrierten sich die Kämpfe auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden des Landes. Laut Amnesty wurden auch in anderen Teilen von Nord- und Zentralsyrien Hunderte Zivilisten getötet oder verletzt, darunter zahlreiche Kinder.

Die Menschen seien in ihren Häusern, auf offener Strasse oder beim Versuch, sich vor dem Bombardements in Sicherheit zu bringen, getroffen worden, hiess es in einem Amnesty-Bericht.

Seit Beginn des Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar Assad Mitte März 2011 wurden nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 27'000 Menschen getötet.

Deserteur gibt Pläne preis

Laut einem früheren Verantwortlichen der syrischen Armee plant die Führung des Landes «als letzten Ausweg» auch einen Einsatz von Chemiewaffen gegen die Bevölkerung. «Wir haben über den Einsatz chemischer Waffen ernsthaft diskutiert, auch darüber, wie und wo wir sie anwenden könnten», sagte der im türkischen Exil lebende Generalmajor Adnan Sillu der britischen Tageszeitung «The Times» vom Mittwoch.

«Wir haben dies als letzten Ausweg diskutiert, für den Fall, dass das Regime etwa die Kontrolle über eine wichtige Gegend wie zum Beispiel Aleppo verliert», ergänzte er.

Nach dem Treffen in einem Depot für die syrischen Chemiewaffen südlich der Hauptstadt Damaskus sei er vor drei Monaten desertiert, sagte Sillu, der in der Armee für die Chemiewaffen zuständig gewesen war. Die Zusammenkunft habe für seine Entscheidung zur Flucht den Ausschlag gegeben.

In dem Gespräch mit der Zeitung zeigte sich Sillu überzeugt, dass Syriens Staatschef Baschar Assad Chemiewaffen tatsächlich einsetzen würde, sollte er die Kontrolle verlieren.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat allen Konfliktparteien in Syrien Kriegsverbrechen ... mehr lesen
Nicht nur Syrischen Regierungstruppen seien verantwortlich für die Kriegsverbrechen. (Archivbild)
Beirut - Im Inneren des syrischen Generalstabsgebäudes in Damaskus haben sich Soldaten und Rebellen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten am Mittwoch heftige Kämpfe geliefert. Es habe auf beiden Seiten Tote gegeben, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. mehr lesen 
Amman - Sie werden als menschliche Schutzschilde missbraucht und sind Opfer von Folter und Gewalt: Syrische Kinder sind laut einem Bericht der Kinderhilfsorganisation Save the Children von dem Konflikt in ihrem Land «schwer traumatisiert». mehr lesen 
Kairo - Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) hat ihre Kommandozentrale von der Türkei nach Syrien verlegt. Ziel sei die ... mehr lesen
Die Freie Syrische Armee kämpft für den Sturz von Präsident Baschar al-Assad.
Italiens südliche Inseln liegen nur rund 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. (Symbolbild)
Italiens südliche Inseln liegen nur rund 300 ...
Dschihadistische Kämpfer unter Migranten  Rom/Tripolis - Die italienischen Geheimdienste warnen vor einer Anschlagsgefahr in Italien. Dschihadistische Kämpfer könnten sich unter Migranten mischen, die aus Libyen nach Süditalien gelangen, hiess es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Geheimdienste. 
Strategisch wichtige Stadt  Al-Hassaka - Der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weht im Nordosten Syriens ein immer schärferer ...  
«Unsere Fahne weht über Tal Hamis» (Symbolbild)
Die sunnitischen Extremisten hatten Anfang der Woche nordwestlich der Stadt Al-Hassaka mehrere von assyrischen Christen bewohnte Dörfer unter Kontrolle gebracht. (Symbolbild)
IS verhandelt in Syrien über Freilassung von entführten Christen Al-Hassaka - Nach der Entführung von mindestens 220 Christen im Nordosten Syriens durch die Terrormiliz ...
Lebensgefährliche Rückkehr in Kurdenstadt Kobane Genf/Kobane - Die von Kurden zurückeroberte syrische Grenzstadt Kobane ...
Kurden weiten das kontrollierte Gebiet aus Beirut - Kurdische Kämpfer haben rings um die nordsyrische Stadt Kobane ... 1
Trotz der Waffenruhe wurden drei Soldaten getötet und sieben weitere verletzt.
Im Osten der Ukraine  Donezk/Kiew - Trotz der vereinbarten Waffenruhe im Kriegsgebiet Ostukraine sind erneut drei Soldaten getötet worden. Innerhalb von 24 Stunden ...  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1200
    Na, was habe ich gesagt! Sogar ein Zitat aus Deutschland, wo viele ja weniger Freiheit als ... heute 19:33
  • Kassandra aus Frauenfeld 1200
    Asche über mein Haupt! Ich bin einer Plagiatorin aufgesessen! Dank Jorian weiss ich das jetzt ... heute 19:03
  • jorian aus Dulliken 1568
    Lieber zombie! Klar kennt man die Gründe für die Asylantenschwemme! Gier: Viele ... heute 14:21
  • jorian aus Dulliken 1568
    TTIP (Titel zu kurz) War schon in einer Zeitschrift nachzulesen. Ist jetzt bald ein Jahr ... heute 14:16
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2821
    In... dieser Region git es keine funktionierenden lokalen Behörden. ... heute 10:45
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2821
    Wie... allgemein bekannt ist, gibt es gegenwärtig weltweit etwa 50 Millionen ... heute 10:07
  • PMPMPM aus Wilen SZ 182
    Hallo Deutschland...! Wäre es nicht sehr viel wirkungsvoller, ein solcher Beitrag würde in ... heute 08:35
  • thomy aus Bern 4211
    TTIP ist zu bekämpfen - überall ... ... wo dies auftaucht - Damit ist wohl alles gesagt!! Warum? Weil mit ... gestern 22:44
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -1°C 0°C bedeckt, Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 1°C 2°C bedeckt, Schneefall leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 2°C 2°C bedeckt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 2°C 4°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 2°C 4°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 2°C 6°C bedeckt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 5°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten