Amokläufer auf Sizilien tötet fünf Menschen und sich selbst
publiziert: Samstag, 3. Mai 2003 / 06:54 Uhr

Catania - Ein Amokläufer auf Sizilien hat fünf Menschen getötet, eine Geisel genommen und anschliessend in einer Kirche Selbstmord verübt. Unter den Opfern war auch der Bürgermeister einer kleinen Stadt bei Catania.

In der Nähe der idyllischen Hafenstadt Catania geschah das Unglück.
In der Nähe der idyllischen Hafenstadt Catania geschah das Unglück.
Der 32-Jährige erschoss in einem Rathaus bei Catania neben dem Bürgermeister vier weitere Menschen. Ein sechstes Opfer wurde schwer verletzt.

Nach der Tat zwang der Amokläufer einen Autofahrer zu einer fast 100 Kilometer langen Irrfahrt, wie die Polizei mitteilte. In Vittoria in der Nähe von Ragusa betrat er eine Kirche, setzte sich auf eine Bank und tötete sich vor den Augen seiner Geisel und eines Pfarrers durch einen Kopfschuss.

Der Hilfsarbeiter der kleinen Gemeinde Aci Castello verlangte am Morgen den Angaben zufolge aus unbekannten Gründen, den Bürgermeister zu sprechen. Als dieser keine Zeit hatte, verliess er erregt das Rathaus und kehrte kurz darauf mit einer Pistole zurück.

Zunächst tötete der Amokläufer den Bürgermeister, der hauptberuflich als Frauenarzt arbeitete und Vater zweier Kinder war. Die nächsten Opfer waren ein Gemeindeangestellter sowie zwei Frauen in einem Nebengebäude. Das fünfte Opfer des Amokläufers war ein Rentner, der sich vor dem Rathaus auf einer Bank sonnte.

In dem kleinen Ort herrschte zeitweise Panik. Die Menschen verbarrikadieren sich aus Angst vor dem Mörder in ihren Häusern, berichtete ein Dorfbewohner.

Ein Dorfpfarrer versuchte, den Amokläufer zur Besinnung zu bringen. Gib bitte auf!, rief er den Täter über Radio auf. Schiess nicht mehr! Auch nicht auf Dich selbst!

Zum möglichen Motiv gab die Polizei an, der Täter habe erst vor kurzem seine Arbeit bei der Gemeinde verloren. Der Bürgermeister habe den Arbeitsvertrag nicht erneuert.

(rr/sda)

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