Erklärung für Donnerstag angekündigt
Amtsmüder Davutoglu tritt zurück
publiziert: Mittwoch, 4. Mai 2016 / 23:45 Uhr
Davutoglu tritt am Donnerstag vor die Presse.
Davutoglu tritt am Donnerstag vor die Presse.

Istanbul - Nach Spekulationen über seinen Rücktritt will der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag vor die Presse treten. Der Regierungschef werde nach einem Treffen mit der Parteiführung eine Erklärung abgeben, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu.

8 Meldungen im Zusammenhang
Am Mittwoch hatte sich Davutoglu mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen. Nach Angaben der TV-Sender CNN-Türk und NTV kommt die regierende AKP noch im Mai zu einem ausserordentlichen Parteitag zusammen. Dieser soll seinen Rücktritt als Vorsitzenden beschliessen, sagten fünf Mitglieder der regierenden AKP der Nachrichtenagentur Reuters.

Über den Inhalt des 90-minütigen Gesprächs zwischen Davutoglu und Erdogan wurde nichts bekannt. Türkische Medien hatten zuletzt über einen Machtkampf zwischen den beiden mächtigsten Politikern des Landes berichtet.

Nach Einschätzung des «Hürriyet»-Kolumnisten Abdülkadir Selvi will die AKP-Führung den Ministerpräsidenten bei dem bevorstehenden Parteitag nicht erneut als Vorsitzenden nominieren. Laut den Statuten der Partei müsste er dann auch sein Amt als Regierungschef räumen.

Davutoglu selbst hatte den Zeitungen «Hürriyet» und «Cumhuriyet» vom Mittwoch gesagt, er habe sich in dieser Frage noch nicht entschieden. Die beiden Blätter berichteten derweil, der Ministerpräsident habe intern verkündet, dass er über einen Rücktritt nachdenke.

Befugnisse eingeschränkt

Davutoglu hatte vor zwei Jahren das Ministerpräsidentenamt und den Vorsitz der Regierungspartei AKP von Erdogan übernommen, als dieser ins Präsidentenamt wechselte. Erdogan ist aber nach wie vor der bestimmende Mann in Regierung und Partei. Zwischen den beiden Männern ist es immer wieder zu Spannungen gekommen.

Vergangene Woche hatte die AKP-Führung gegen den Willen Davutoglus die Befugnisse des Vorsitzenden eingeschränkt, was als Niederlage für den Partei- und Regierungschef gewertet wurde.

Erdogan-nahe Kommentatoren kritisieren Davutoglu zudem in zunehmender Schärfe. Als mögliche Nachfolger würden Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus, Justizminister Bekir Bozgag, Verkehrsminister Binali Yildirim oder Energieminister Berat Albayrak, ein Schwiegersohn des Staatspräsidenten gehandelt.

Eine Ablösung Davutoglus fände zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Türkei vor mehreren innen- und aussenpolitischen Herausforderungen steht, darunter Kämpfe gegen radikale Kurden und der Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien. Unklar bleibt zunächst, wie sich das auf das EU-Türkei-Abkommen zu Flüchtlingen auswirken würde, das insbesondere Davutoglu vorangetrieben hatte.

(nir/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Nach dem Rückzug des ... mehr lesen 1
Erdogan dürfte massgeblichen Einfluss auf die Auswahl Yildirims gehabt haben. (Archivbild)
Brüssel - Die EU-Kommission sieht ... mehr lesen
Die Türkei erfüllt noch nicht alle Vorgaben für eine Visumsfreiheit.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Strassburg/Ankara - Die angestrebte Visumfreiheit für Türken bei Reisen in die EU droht zur Belastungsprobe zu werden. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sieht sich nicht ... mehr lesen
Die Gespräche liefen bis in die Nacht hinein.
Brüssel - Die 28 EU-Chefs diskutieren ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich -3°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Basel -4°C 3°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen -4°C 2°C Nebelfelderleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -3°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Luzern -2°C 2°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebelfelder recht sonnig
Genf -1°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 0°C 9°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten