Unterschiedliche Kunstauffassung
An der Schweizer Botschaft in Berlin geht das Licht aus
publiziert: Samstag, 24. Nov 2001 / 12:39 Uhr

Berlin - Eine umstrittene Lichtinstallation an der Fassade der Schweizer Botschaft in Berlin wird entfernt. Botschafter Thomas Borer-Fielding hat in Absprache mit Bundesrat Joseph Deiss beschlossen, den leuchtenden Schriftzug mit den Goethe-Sterbeworten "Mehr Licht" vorzeitig abzumontieren.

Gegen den Schriftzug hatten der Botschafts-Architekt Roger Diener und der Künstler Helmut Federle, der ein Relief auf der Fassade entworfen hatte, scharf protestiert. Der Künstler sah sein Urheberrecht durch die darübergeklebte Lichtinstallation verletzt.

Niemandem würde es einfallen, einen Picasso auf einen Botticelli zu kleben oder die Nike von Samothrake in ein Kleid von Miyake zu stecken, meint Federle. Botschafter Borers Idee, Federles Relief als Träger für eine Lichtarbeit des spanischen Künstlers Chema Alvargonzales zu benutzen, empört deshalb nicht nur den Künstler selbst.

Das prompte Schreiben von Federles Kölner Anwalt Jacobs und dessen Basler Rechtsvertreter Peter Mosimann traf bei Bundesrat Deiss ein, wie Ruedi Christen, Mediensprecher des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Freitagabend sagte.

In dem Rechtsbrief wurde bestätigt, dass die Lichtinstallation von deutscher Seite als Urheberrechtsverletzung erachtet wird. Allerdings dürfe ein deutsches Gericht nicht handeln, da die Botschaft Immunität geniesst.

Solidarität mit dem Botschafter

Das Bundesamt für Kultur (BAK) hatte aus Solidarität mit dem Künstler Botschafter Borer "inständig gebeten, die Installation entfernen zu lassen". Weitergehende Befugnisse hat es aber nicht. Die lägen allein beim (EDA) und Bundesrat Deiss, erklärte die Sprecherin des BAK.

Federles Anwalt habe in einem Schreiben damit gedroht, den Fall vor ein Schweizer Gericht zu bringen, falls das Licht-Kunstwerk des Spaniers Chema Alvargonzalez nicht sofort entfernt würde. Im EDA sei man nun in Absprache mit Botschafter Borer zu der gemeinsamen Entscheidung gelangt, die Lichtinstallation zu entfernen, sagte Christen.

Unterschiedliche Kunstauffassung

Vor dem Eintreffen des Anwaltschreibens hatte der Botschafter und Kulturrat Heinz Walker kein Musikgehör für die Nöte des Künstlers. Borers Hinweis, dass die Installation nur 2 1/2 Monate hängen blieben würde und keine Spuren hinterlasse, wurde von den Anwälten Federles nicht akzeptiert.

Man wolle die von Federle gestaltete Brandmauer der Botschaft auch weiterhin "bespielen", hatte zuvor Borer noch in einem Schreiben an Federles Anwälte erklärt.

Die temporäre Lichtinstallation überdecke nicht einfach das darunterliegende Relief, sondern setze sich damit auseinander. Das bewirke eine stärkere Aufmerksamkeit für das Haus und das Relief.

Die Frage, ob für oder wider Lichtinstallation, spiegle auch den Konflikt zwischen Schweizer und Berliner Kunstauffassung, sagte Kulturrat Walker gegenüber der sda. Während Federle und das BAK die schweizerische Vorstellung vom "unantastbaren" Kunstwerk verträten, propagiere die Botschaft den "berlinerischen, dynamischen und experimentierfreudigen" Umgang mit Kunst.

(bb/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auch das ist Digital Health: Trainingsspiele für ältere Menschen (ZHAW-Forschungsprojekt «WeTakeCare»)
Auch das ist Digital Health: Trainingsspiele für ältere Menschen ...
ZHAW - Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften  Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen belegt die Schweiz im internationalen Vergleich die hinteren Plätze. Um Ränge gutzumachen, müssten Entscheidungsträger den digitalen Wandel aktiver mitgestalten, so das Fazit einer neuen ZHAW-Studie. mehr lesen 
Jeder von uns kennt dieses Gefühl, wenn man morgens nach einer erholsamen Nacht mit ausreichend Schlaf wach wird und am liebsten Bäume ausreissen würde. Dieses Gefühl kann kein Energydrink der ... mehr lesen
Kapok-Kissen «Java»: Durch den hohen Luftgehalt der natürlichen Hohlfaser Kapok ist dieses Kissen äusserst atmungsaktiv und hat eine gute Wärmehaltung.
Kryptowährungen haben den Geruch des Unseriösen längst abgestreift. Für viele Vermögensblogger und sogar Anlageberater gehören Kryptowährungen inzwischen zu einem gut diversifizierten Wertpapier-Portfolio - wohldosiert natürlich. Dabei haben Bitcoin, Ethereum, Ripple und andere den grössten Hype hinter sich. Ende 2017 erlebten die digitalen Währungen ungeahnte Höchststände. Kurz darauf brachen die Kurse wieder ein und vollführen seitdem Seitwärtsbewegungen mit kleineren Aufs und Abs. mehr lesen  
Ein Sprachaufenthalt ist in jedem Alter denkbar. In jungen Jahren festigt ein Sprachaufenthalt die in der Schule erworbenen Sprach- und Landeskenntnisse. Im Erwachsenenalter ist eine Spezialisierung, beispielsweise auf Business-Themen, denkbar.
Publinews Zugegeben, einen «Sprachkurs» zu besuchen, das klingt in erster Linie nach pauken, pauken, pauken. Nur die wenigsten Schüler, Absolventen, ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 0°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Basel 3°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, wenig Schnee
Bern 1°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Luzern 3°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregenschauer
Genf 2°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen freundlich
Lugano 9°C 13°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten