Anaconda-Massengeburt
publiziert: Mittwoch, 9. Feb 2005 / 17:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Feb 2005 / 17:36 Uhr

Kerzers - Eine Anaconda hat im Papiliorama in Kerzers 40 Junge geworfen. Damit hat sich diese Schlangenart in der Schweiz erstmals vermehrt, wie die Stiftung bekannt gab.

Die grüne oder Riesen-Anaconda ist eine der längsten Schlangen der Welt. (Bild: Archiv)
Die grüne oder Riesen-Anaconda ist eine der längsten Schlangen der Welt. (Bild: Archiv)
Bei der Geburt massen die Jungen im Durchschnitt 70 Zentimeter und wogen 250 Gramm. Von den 40 Jungschlangen verendeten sechs recht schnell. Die übrigen sind bis Mitte März für das Publikum zu besichtigen.

Das Muttertier ist 6 Meter lang und 75 Kilo schwer. Es lebt zusammen mit zwei männlichen Artgenossen seit 1998 im Papiliorama. Während der sechsmonatigen Tragzeit frass das Weibchen nichts. Nach Papiliorama-Angaben ist das für lebend gebärende Schlangen nicht aussergewöhnlich.

Seltenes Ereignis

Gesundheit und Wohlergehen der Anacondas in Kerzers werden vom Schlangenspezialisten Jean-Claude Monney überwacht. Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Freiburger Naturhistorischen Museums bezeichnete die Geburt von Anacondas als seltenes Ereignis in Europa. Ihm waren Fälle besonders in Deutschland und Frankreich bekannt.

Die grüne oder Riesen-Anaconda (Eunectes murinus) ist eine der längsten Schlangen der Welt. Sie kann bis zu neun Meter messen und 200 Kilo schwer werden. Sie kommt im tropischen Südamerika und besonders in den Becken von Amazonas und Orinoco und in Guyana vor.

Grossenteils leben die Anacondas amphibisch. Sie ernähren sich von Säugetieren, Vögeln und anderen Reptilien. 15 bis 70 Junge werfen sie normalerweise und in Ausnahmefällen bis zu 90.

(bert/sda)

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