Analphabetismus - Auch Schweiz betroffen
publiziert: Freitag, 8. Sep 2006 / 14:59 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Sep 2006 / 15:19 Uhr

Bern - 16 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz können nicht ausreichend lesen und schreiben.

Das lesen einer Zeitung ist nicht für alle eine Selbstverständlichkeit.
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Ans Lesenlernen machen sich nur wenige. Darum sollen Bund, Kantone und Wirtschaft aktiv werden.

Diese Forderung erhebt der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) zum Weltalphabetisierungstag von heute. Nicht oder nicht ausreichend lesen und schreiben zu können sei mit einem Tabu behaftet und werde schamhaft verschwiegen, hiess es.

Andererseits fehlten gute Ausbildungsangebote, die Erwachsenen ermöglichten, das Verpasste nachzuholen. Darum gehöre das Thema «Funktionaler Analphabetismus» auf die Agenda sowohl der öffentlichen Hand als auch der Privatwirtschaft.

Die 16 Prozent der Bevölklerung, welche Mühe mit den Buchstaben haben, seien nämlich nicht arbeitslos. So müssten die Wirtschaftsverbände schon aus Eigeninteresse aktiv werden, verlangt der SVEB.

20 Prozent der Weltbevölkerung betroffen

Weltweit können nach UNESCO-Angaben 771 Millionen Erwachsene, also ein Fünftel der Weltbevölkerung, Schrift im Alltag nicht richtig gebrauchen. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt nur wenig Chancen und geraten oft in gesellschaftliche Isolation.

Dennoch wird laut UNESCO nur ein Prozent des Bildungsbudgets der Länder für die Alphabetisierung von Erwachsenen verwendet. Zwei Drittel der Betroffenen sind demnach Frauen, über 70 Prozent von ihnen leben in nur neun Ländern der Erde, darunter Indien, China und Pakistan.

Die Weltdekade der Vereinten Nationen will bis 2012 das internationale Entwicklungsziel «Bildung für alle» verwirklichen.

(bert/sda)

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