Zürcher Linksaktivistin geht vor Bundesgericht
Andrea Stauffacher zieht Urteil weiter
publiziert: Montag, 14. Mai 2012 / 11:13 Uhr
Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher geht vor Bundesgericht.
Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher geht vor Bundesgericht.

Zürich - Die Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher nimmt die gegen sie ausgesprochene Gefängnisstrafe nicht hin. Sie ziehe das Urteil des Bundesstrafgerichts an das Bundesgericht weiter, bestätigte ihr Anwalt am Montag eine Meldung der «NZZ».

1 Meldung im Zusammenhang
Stauffacher war im vergangenen November zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 17 Monaten verurteilt worden. Die Leitfigur des Revolutionären Aufbaus wurden Anschläge mit Knallkörpern auf das spanische Generalkonsulat sowie ein Gebäude der Polizei in Zürich in den Jahren 2002 und 2006 zur Last gelegt.

Freigesprochen worden war Stauffacher bezüglich drei weiterer Spengstoffanschläge auf ein Haus in Zürich sowie auf Gebäude des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO) und der Ascom Pensionskasse in Bern.

Das Bundesstrafgericht auferlegte ihr die unbedingte Gefängnisstrafe als Zusatz zu früheren Urteilen des Bezirksgerichts Zürich von 2003 und 2005. Die Bundesanwaltschaft hatte für die Linksaktivistin eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren gefordert; ihr Verteidiger Marcel Bosonnet plädierte auf Freispruch.

Rechtswidriger DNA-Beweis

Schuldig gesprochen wurde Stauffacher, weil am Ort der Anschläge DNA-Spuren gefunden worden waren. Diese wurden jedoch von ihrem Anwalt im Prozess in Bellinzona als Beweismittel nicht anerkannt. Er stellte sich auf den Standpunkt, der DNA-Beweis sei nachträglich und auf rechtswidrige Weise beschafft worden.

Auf dieser Argumentation gründet auch sein Weiterzug ans Bundesgericht. Das Bundesstrafgericht habe in der schriftlichen Urteilsbegründung die Beschaffung des DNA-Beweises ausdrücklich als rechtswidrig beurteilt, sagte Bossonet auf Anfrage. Trotzdem hätten die Richter einen Schuldspruch gefällt mit der Begründung, die DNA hätte auch nachträglich rechtmässig erhoben werden können.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lausanne - Die 62-jährige Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher muss definitiv ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat ihre ... mehr lesen 1
Andrea Stauffacher muss ins Gefängnis.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 20
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich -2°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel Nebel
Basel -2°C 8°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
St. Gallen 4°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern -3°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel sonnig
Luzern -1°C 5°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Nebel Nebel
Genf -2°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Lugano 1°C 8°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten