Andreas Küttel mit nur einem Sprung Weltmeister
publiziert: Freitag, 27. Feb 2009 / 17:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Feb 2009 / 21:16 Uhr

Jetzt ist auch Andreas Küttel Weltmeister. Der Einsiedler siegte in Liberec (Tsch) auf der Grossschanze mit nur einem einzigen Sprung.

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Nach dem ersten Durchgang führte Küttel nach einem Flug auf 133,5 m mit lediglich 0,4 Punkten Vorsprung auf Martin Schmitt (De), der bei 133 m gelandet war. Die grosse Nervenprobe, die darauf folgte, war nicht auf die geringe Differenz zurückzuführen, sondern auf die Wetterkapriolen.

Es setzte teilweise heftiger Schneefall auf, der die Jury im Final dazu zwang, den Wettkampf abzubrechen, als noch elf Athleten am Ablauf standen und ein erzürnter Simon Ammann schon bei 110 m zur Landung kam.

Auch der Neustart des Finals konnte nicht beendet werden. Nach der Hälfte der 30 Athleten kam es erneut zu einem wetterbedingten Unterbruch. Kurz darauf kam es zum Abbruch des Springens mit der Wertung nach nur einem Durchgang.

Vierter Schweizer Skisprung-Weltmeister

Andreas Küttel ist erst der vierte Schweizer Skisprung-Weltmeister der Geschichte. Die Vorgänger hiessen Marcel Reymond (1933 in Innsbruck), Simon Ammann 2007 in Sapporo sowie Walter Steiner mit seinen beiden Titeln 1972 und 1977 im Skifliegen.

Zu den ersten Gratulanten zählte Küttels Teamkollege Simon Ammann. Auch die Gegner gönnten dem diplomierten Turn- und Sportlehrer aus Einsiedeln diesen Triumph. Mit seinen knapp 30 Jahren ist Küttel einer der ältesten Athleten unter den Springern.

Der Einsiedler gilt als akribischer Arbeiter, der alles hinterfragt. Er ist aber auch ein Kraftspringer und ein Stilist, der von den Sprungrichtern in der Regel mit hohen Noten bedacht wird.

Freinacht in Einsiedeln

Um den WM-Titel von Andreas Küttel standesgemäss zu feiern, gibt es in seinem Heimatort Einsiedeln heute eine Freinacht. «Ich hatte so grosse Freude an seinem Erfolg, dass ich spontan eine Freinacht angeordnet habe», sagte Bezirksammann Beat Bisig gegenüber Radio Zürichsee.

Österreicher ohne Medaillen

Auch für Martin Schmitt endete eine lange Durststrecke. Der Deutsche war 2001 in Lahti (Fi) Weltmeister auf der Grossschanze geworden, hatte danach aber einige Winter erlebt, in denen bei ihm nichts mehr lief.

Anders Jacobsen (No) gewann die Bronzemedaille - und die erfolgsverwöhnten Österreicher gingen für einmal leer aus. Gregor Schlierenzauer wurde im 4. Rang klassiert. Für Simon Ammann schliesslich blieb der 8. Platz.

Schlussklassement:
Skispringen. Grossschanze: 1. Andreas Küttel (Sz) 141,3 (133,5). 2. Martin Schmitt (De) 140,9 (133). 3. Anders Jacobsen (No) 139,5 (132,5). 4. Gregor Schlierenzauer (Ö) 138,6 (132). 5. Anders Bardal (No) 135,8 (131). 6. Wolfgang Loitzl (Ö) 132,3 (128,5). 7. Dimitri Wassiljew (Russ) 132,1 (129,5). 8. Simon Ammann (Sz) 131,7 (129). 9. Roman Koudelka (Tsch) 131,4 (128). 10. Thomas Morgenstern (Ö) 130,4 (128).

11. Matti Hautamäki (Fi) 128,1 (127). 12. Ville Larinto (Fi), Stephan Hocke (De) und Adam Malysz (Pol), je 127,6 (127). 15. Robert Kranjec (Sln) 125,4 (125,5). -- Wettkampf nach nur einem Durchgang gewertet, nachdem der Final wegen Schneefalls zuerst abgebrochen und neu angesetzt wurde und danach definitiv abgesagt wurde.

(smw/Si)

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