Angehört: Ebo Taylor - Appia Kwa Bridge
publiziert: Sonntag, 22. Apr 2012 / 19:31 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 22. Apr 2012 / 20:11 Uhr

«I wanted to go back to a highlife feeling with this album», erklärt der aus Ghana stammende Highlife Kultguitarist und ihm ist ein weiteres Top Album mit sehr persönlicher Note gelungen. Es finden sich darauf neben Gästen der neuen afrikanischen Funkszene auch Grössen wie Tony Allen oder Pax Nicholas, die dem Ganzen den Originalsound des Ghanafunks der 70er Jahre geben.

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 Highlife ist ein Musikstil, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Westafrika als erste intensive Auseinandersetzung mit westlicher Musik entstand. Über Schallplatte fanden Jazz und Popmusik, Country und Blues weiter Verbreitung und inspirierten afrikanische Musiker. Ebo Taylor aus Ghana ist einer der wenigen, der diese Tradition noch hoch hält.

 «Appia Kwa-Brücke», gerade frisch in den Plattenläden, ist eine schrille Rückkehr der ghanaischen Highlife-Gitarren-Legende. Mit sechs neuen Kompositionen ist sein Sound dichter und noch enger mit seiner Band verwachsen, der Berliner Musiker Afrobeat Academy, ein Fels in der Brandung seit einigen weltweiten Tourneen im Zuge der Veröffentlichung des «Love And Death»-Albums im Jahr 2010.

Das Album deckt eine Vielzahl von Themen ab, die Taylor wichtig sind: Der Titelsong verweist auf eine kleine Brücke in Ebos Heimatstadt Saltpond an der Cape Coast: «Es ist eine winzige Brücke, und auch als ein Ort in der Stadt bekannt, wo Menschen einander begegnen, wo Liebhaber sich treffen.»

Das brennende, mitreissende 'Ayesama', schon während der «Love And Death»-Sessions als Demo aufgenommen, ist ein höhnischer Fante Schlachtru-«Wie ist der Name deiner Mutter?»; «NSU Na Kwan», das auf einem Fante Sprichwort beruht, fragt «Was ist älter - der Fluss oder die alte Strasse» und vermittelt den Sub-Text, die Ältesten zu respektieren, und das brillante «Abonsam» trägt die Botschaft, dass Abonsam (Der Teufel) verantwortlich ist für das Böse in der Welt und dass wir der christliche Botschaft folgen sollten.

 An anderer Stelle bietet das Album eine neue Version der Highlife-Hymne, «Yaa Amponsah», zum ersten Mal während der 20er Jahre von Jacob Sams Sams Trio aufgenommen, bevor es ein beliebter Standard in Ghana wurde; ausserdem eine Coverversion von einem Original Track aus Taylors Zeit mit Apagya Show Band in den 70er Jahren, «Serwa Brakatu», hier neu betitelt mit «Kruman Dey».

 Das akustische und intime «Barrima» ist eine ergreifende Hommage an Taylors erster Frau und seiner grossen Liebe, die leider letzten Sommer verstorben ist. «Ebo schrieb das Lied nach ihrem Tod und hat dieses in einem Take am letzten Tag im Studio aufgenommen», erinnert sich Bandleader Ben Abarbanel-Wolff. «Er war sehr emotional.»

 Auf dem Album spielen eine Reihe besonderer Gästen mit, einschliesslich dem unvergleichlichen Schlagzeuger Tony Allen, original Africa 70 Gitarrist Oghene Kologbo und Conga Maestro Addo Nettey aka Pax Nicholas. Stellvertretend für die jüngeren Musiker macht Keybord-Genie Kwame Yeboah, Sohn der ghanaischen Legende SK Yeboah, vollen Gebrauch von annalogen Farfisa und Wurlitzer-Orgeln.

(fest/news.ch)

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