Angehört: Quantic/Alice Russell - Look Around The Corner
publiziert: Montag, 26. Mrz 2012 / 16:42 Uhr / aktualisiert: Montag, 26. Mrz 2012 / 17:11 Uhr

Look Around The Corner, das am 30. März 2012 bei Tru Thoughts veröffentlicht wird, ist das erste komplette, gemeinsame Album ber beiden beliebtesten britischen Independent-Künstler, den Seelenverwandten Quantic und Alice Russel - beide Pioniere der internationalen Funk-, Soul und Alternative-Dance-Music-Szene.

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Diese mitreissende Platte mischt Soul und Blues mit Andeutungen von Folk und Gospel, und dem unnachahmlichen Swing von Quantics berühmter Formation Combo Bárbaro, die den Kern der mitwirkenden Instrumentalisten stellt. In Quantics Studio Sonido Del Valle in seiner kolumbianischen Wahlheimatstadt Cali aufzunehmen, gab dem Produzenten und Musiker Quantic und Singer-Songwriterin Alice Russel Raum und Zeit, sich ganz ihrer Kreativität hinzugeben, den Geist ihrer bisherigen Kollaborationen neu zu entdecken und auf diese Tracks aufzubauen, darunter grosse Erfolge für das Quantic Soul Orchesta und Russels Solo-Project, die über die letzten zehn Jahre bei den Fans immer wieder die Hoffnung auf ein gemeinsames Album aufkeimen liessen. 

 Das Titelstück zündet die Lunte für ein Album voller Melodien und Dynamik, das regelrecht übersprudelt vor grossen, klassisch klingenden aber dennoch frischen und originellen Songs, wie dem unwiderstehlich funkigem Stomper «Magdalena» oder den Latin-Rhythmen und der offensiven Melodik von «Su Suzy». «Boogaloo 33» überrascht mit einer Spur Vintage-Rock'n'Roll und «I'd Cry» gelingt die moderne Umsetzung einer 1970er-Soul-Ballade, bei der Russels Stimme ein zu Herzen gehendes Frage-und-Antwort-Spiel mit Alfredito Linarers' Pianospiel und ein paar Gypsy-Folk-Violinen treibt.

 Mit «Travelling Song» und «Similau» interpretiert das Duo einen klassischen englischen Folksong und sein karibisches Äquivalent. Sogar eine beseelte Version des Soul-Standards «I'll Keep My Light In My Window», einer von Alice Russels ewigen Lieblingssongs, findet sich auf dem Album, und selten hat die Nummer besser geklungen, als in dieser Inkarnation, bei der Russel ihr legendäres Talent als klassische Soulsängerin voll ausschöpft. Bei den Instrumentalstücken «Una Tarde In Mariquita» und «Roas To Islay» gehört die gesamte Aufmerksamkeit der Band, die hier zeigen kann, aus was für fantastischen Musikern sie sich rekrutiert, aber diese Songs machen auch deutlich, dass Quantic das Spektrum seiner Einflüsse mit jeder neuen Veröffentlichung ausweitet und zu recht für sein kompositorisches Können gefeiert wird. Den Abschluss bildet schliesslich eine Reprise von «Looking Around The Corner» - die überzeugende Aufforderung, das Album gleich noch einmal zu hören.

Quantic, mit bürgerlichem Namen Will Holland, zog 2007 in die kolumbianische Stadt Kali, und die Sessions, aus denen schliesslich Look Around The Corner entstand, fanden bei zwei Besuchen von Alice Russel in den folgenden vier Jahren statt. Indem die beiden das Konzept ihrer bisherigen Kollaborationen weiterführten, lokale Einflüsse und den musikalischen Background der beteiligten Musiker mit einbezogen, bereicherten Quantic & Alice Russel ihren Stil um eine kräftige Portion Latin, wobei Blues und Soul weiterhin im Mittelpunkt ihrer Musik stehen - um genau zu sein, jene Soulplatten, die im Miami und New York der 1970er entstanden, oder der Disco-Sound der Bronx. Das Chicagoer Chess-Label war einer der wichtigsten Inspirationen, die Produktions-Ästhetik betreffend, und ihre gemeinsame Liebe zu Minnie Ripperton, spiegelt sich in einigen der Gesangsmelodien.

Im Folgenden erinnern sich Holland und Russel an eine Zusammenarbeit, die für beide Künstler ganz ohne Zweifel in persönlicher wie kreativer Hinsicht überaus erfüllende Erfahrung war:

Holland: «Seitdem ich Brighton den Rücken zugekehrt hatte, sehnte ich mich danach, weiter mit Alice Musik zu machen - das war etwas, dass ich vermisste, seit ich nach Kolumbien gegangen war. Alice gehörte zu den ersten, die herüber kamen, mich besuchten und mit den neuen Musikern, die ich gefunden hatte, zusammen arbeiteten. Die Geschichten von Künstlern, die es an exotische Orte zieht, um dort aufzunehmen, verbindet man immer mit einer karibischen Szenerie und romantischen Sonnenuntergängen ? aber unser Trip war von eher urbaner Natur - er führte uns ins Herz der Stadt, in den Smog und die Hektik des Zentrums von Kali. Wir haben auch ein Akkustik-Set in einer Bar namens Saloon aufgenommen, die einem Freund von mir gehört, und haben ein paar Ausflüge unternommen. Ich weiss noch, wie wir in meinem Wagen ins nahegelegene Pasto gefahren sind und dabei Dorothy Ashby in Endlosschleife gehört haben.»

Russel: «Bei den ersten paar Tracks die wir aufgenommen haben, vor ziemlich langer Zeit, haben wir uns nicht einmal getroffen - so beschäftigt waren wir mit unseren anderen Projekten. Dementsprechend war es diesmal echter Luxus, die Möglichkeit zu haben, sich von allem anderen zurückzuziehen, rüber nach Cali zu reisen, und dort alle Zeit der Welt zu haben, um Musik zu machen. Dabei haben wir Einflüssen für uns wiederentdeckt, die wir beide lieben. Für mich ist es ausserdem das erste Mal gewesen, dass ich mit der Combo Bárbaro aufgenommen habe, was wirklich toll war.»

Holland: «Das stimmt. Es war ein sehr viel intimere Aufnahmesituation, als bei Allem, was wir bisher zusammen gemacht haben. Auf gewisse Art, hat uns die gemeinsame Zeit in Kolumbien ermöglicht, uns ein wenig zu abzukapseln und uns auf die wahre Essenz dessen zu konzentrieren, was wir erreichen wollten.»

Am Album beteiligt waren Mike Simmonds (der seit jeher für Alice Russel die Streicher arrangiert und aus London nach Kolumbien kam, um sich ihnen anzuschliessen)sowie Alfredito Linares, Fernado Silva am Bass und Freddy Colorado an den Congos, alle drei Mitglieder der Combo Bárbaro. Wilson Viveros, aus der Küstenstadt Buenaventura, wurde als Schlagzeuger engagiert, einen Teil der Drums spielte auch der Jazz-drummer Larry Joseph aus Cali ein. Alfredito ist unter den Musikern der Star der Show: Der magische und charismatische Stil seines bluesigen Boogaloo-Pianos zieht sich durch das gesamte Album.

Quantic und Alice Russel sind nicht nur ihres einzigartigen Talents die beiden bestverkauften Künstler im Repertoire von Tru Thoughts, sondern vor allem dank eines so authentischen wie kreativen Anspruchs an ihre Kunst. Mit einer ständig wachsenden internationalen Fan-Base, ausverkauften Touren und Medienberichterstattung rund um den Globus, haben sie sich als Künstler längst etabliert: Quantic hat erst letztes Jahr ein vielbeachtete Best-Of-Compilation veröffentlicht um elf Jahre und vierzehn Alben auf Tru Thoughts zu feiern, während Alice Russel zuhause und im Ausland regelmässig vor tausenden von Zuschauern spielt und gerade ihr fünftes Album aufnimmt.

Quantic & Alice Russel werden von März bis Mai in den USA und Europa auf Tour gehen. Begleitet werden sie dabei von einer Band, die sich aus Mitgliedern der Combo Bárbaro und Alice Russels eigenen Musikern zusammensetzt. Die genauen Termine folgen.

(fest/news.ch mit Agenturen)

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