Angenockt in die Woche der Wahrheit
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 06:58 Uhr

Nach dem schwachen Auftakt in der Verfolgung und vor den Rennen der Wahrheit sorgt man sich im Lager der Schweizer Langlauf-Equipe vor allem um die Leader Laurence Rochat und Reto Burgermeister.

Ob Burgermeister zusammen mit Christoph Eigenmann zum Teamsprint antritt, ist noch nicht definitiv geklärt.
Ob Burgermeister zusammen mit Christoph Eigenmann zum Teamsprint antritt, ist noch nicht definitiv geklärt.
Rochat und Burgermeister sind in den nächsten Tagen im Teamsprint (Dienstag), über 10 (Donnerstag) respektive 15 km klassisch (Freitag) und am Wochenende in den Staffeln am Start. Ob die Romande und der Zürcher Oberländer ihre tragenden Rollen wie vorgesehen spielen können, ist allerdings fraglich.

Rochat machen Magen-Darm-Beschwerden zu schaffen. Swiss-Olympic-Teamarzt Beat Villiger versorgte die 26-Jährige am Samstag und gestern Montag mit Infusionen. Obwohl Rochat normal trainiert hat, steht hinter ihrem Leistungsvermögen unter diesen Umständen ein Fragezeichen.

Auf Glück hoffen

Im Gegensatz zu Burgermeister hat Rochat auch in der zweiten Olympia-Woche noch ein Rendez-vous. Der Sprint in der Skating-Technik am 22. Februar ist das Einzelrennen, von dem sie sich am meisten erhofft.

«Da spielt der Faktor Glück eine grössere Rolle als etwa über 10 km.» Glück wird das Mitglied der Bronze-Staffel von Salt Lake City brauchen, um sich den Diplom-Wunsch zu erfüllen. Gefordert wäre mindestens die Egalisierung ihres besten Weltcup-Resultats (Rang 8 Mitte Dezember in Kanada).

Prioritäten setzen

Burgermeister klassierte sich am Sonntag nur im 60. Rang und erlebte das, was man im Radsport-Jargon als «jour sans» bezeichnet. Obwohl die Erkältung mittlerweile ausgestanden ist, fühlt sich der 30-Jährige schlapp und leer. Sein Mammut-Programm wird deshalb hinterfragt.

Ob Burgermeister heute zusammen mit Christoph Eigenmann zum Teamsprint antritt, ist noch nicht definitiv geklärt. Cheftrainer Michel Antzemberger erhofft sich von den Gespannen Eigenmann/Burgermeister und Rochat/Seraina Mischol bei der Olympia-Premiere der Langlauf-Américaine olympische Diplome.

Weil neben dem Teamsprint auch die Staffel Priorität geniesst, diskutiert Antzemberger mit Burgermeister über einen allfälligen Verzicht auf das 15-km-Rennen. Dass Burgermeister anlässlich der Olympia-Hauptprobe trotz Erkältung nichts von einem Forfait wissen wollte, erweist sich jetzt als Bumerang.

Deutsche Pleite

Vom Quartett, das den ersten Einsatz (Verfolgung) bereits hinter sich hat, vermochte nur die unverwüstliche Natascia Leonardi Cortesi zu überzeugen. Die ganz grosse Pleite hatten am Sonntag die Deutschen zu verdauen.

Was mit dem Olympia-Forfait von Axel Teichmann (Haarwurzelentzündung), der Schutzsperre gegen Evi Sachenbacher und dem Magen-Darm-Infekt von René Sommerfeldt schlecht begonnen hatte, setzte sich in den ersten beiden Rennen in ähnlichem Stil fort.

Jens Filbrich (23.) und Favorit Tobias Angerer, der zwei seiner fünf Saisonsiege in der Verfolgung gefeiert hatte, verpufften ihre Kräfte zu früh und beklagten sich über schlechtes Skating-Material. Claudia Künzel wurde als beste Frau nur 18.

Der Auftakt erinnert an die Heim-WM vor Jahresfrist. Es werden bereits Befürchtungen geäussert, wonach das zumindest im Männer-Weltcup seit der Saison 2003/04 dominante DSV-Team am Ende der Turiner Winterspiele eine ähnlich ernüchternde Bilanz ziehen muss wie nach den Titelkämpfen in Oberstdorf. Dort beschränkte sich die Ausbeute auf Silber in der Männer-Staffel.

Hasler und das fehlende Etwas

Zu den Gewinnern durfte sich am Sonntag Markus Hasler zählen. Der Liechtensteiner ist schon zum fünften Mal an Olympischen Spielen dabei. Im fortgeschrittenen Alter von 34 Jahren erreichte er in Pragelato mit Rang 11 sein bisher bestes Resultat.

Auf den Überraschungssieger Jewgeni Dementjew büsste Hasler nur zehn Sekunden ein. «Das ist nichts.» Und doch das fehlende Etwas. «Die letzte kleine Lücke zu schliessen -- das ist genau der Reiz», sagt Hasler. Im 50-km-Lauf am letzten Tag der Spiele unternimmt er den nächsten Versuch.

(von Philipp Bärtsch, Sestriere/Si)

 
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