Israelische Bodenoffensive im Gespräch
Angriffe in Nahost von beiden Seiten
publiziert: Sonntag, 24. Aug 2014 / 19:58 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Aug 2014 / 21:03 Uhr
Kommen jetzt die Panzer aus Israel?
Kommen jetzt die Panzer aus Israel?

Gaza - Der Gaza-Krieg zieht sich immer mehr in die Länge. Beide Seiten standen am Wochenende unter Beschuss. Im Gazastreifen wurden mehrere Personen getötet. Israel könnte nun eine Bodenoffensive erwägen.

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Internationaler Strafgerichtshof
Das ständige internationale Strafgericht mit Sitz in Den Haag.
wikipedia.org

Israel geriet am Wochenende von drei Seiten unter Raketenbeschuss. Während die Palästinenser ihre Angriffe aus dem Gazastreifen fortsetzten und Dutzende Raketen nach Israel schossen, schlugen auch Geschosse aus Libanon und aus Syrien auf israelischem Gebiet ein. Verletzt wurde dabei offenbar niemand. Die Befürchtung wuchs aber, dass der Konflikt auf weitere Teile der Region übergreifen könnte.

Fünf aus Syrien abgefeuerte Raketen schlugen in der Nacht an verschiedenen Orten auf den Golanhöhen ein. Nur Stunden zuvor hatten Extremisten aus Libanon zwei Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Ein Haus in Galiläa sei getroffen worden, teilte der israelische Radiosender mit. Acht Menschen hätten einen Schock erlitten.

Mindestens 18 Tote

Auch Israel setzte seine Luftangriffe auf den Gazastreifen fort. Nach Angaben der palästinensischen Rettungsdienste wurden dabei am Sonntag mindestens acht Palästinenser getötet. Darunter waren offenbar zwei Männer auf einem Motorrad, die gezielt in Gaza angegriffen wurden.

Am Samstag wurden bei rund 60 israelischen Luftangriffen zehn Palästinenser getötet, darunter drei Kinder und vier Frauen. Mitten in Gaza wurde ein 13-stöckiges Gebäude zerstört.

Die 44 Familien waren geflüchtet, nachdem die Luftwaffe zehn Minuten zuvor einen Warnschuss auf das Hausdach gefeuert hatte. Ein israelischer Militärsprecher sagte, das Gebäude sei von Kämpfern der Hamas als Kommandozentrale genutzt worden.

Bis kein Beschuss mehr zu erwarten ist

Weitere Militärschläge könnten folgen: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte die Gaza-Bewohner im Radio zum Verlassen sämtlicher Gebäude auf, in denen die Hamas Einsätze plane. Solche Aufrufe waren zuvor bereits von der Armee mit Flugblättern und Handy-Botschaften an die Bewohner im Gazastreifen verbreitet worden.

Israel werde seine Offensive auf den Gazastreifen fortsetzen, bis von dort kein Beschuss mehr zu erwarten sei, drohte Netanjahu am Sonntag. Dabei ist auch eine mögliche neue Bodenoffensive im Gespräch, wie Kommunikationsminister Gilad Erdan am Samstagabend sagte.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli starben Palästinensern zufolge mehr als 2000 Menschen durch die Gewalt - die meisten von ihnen Zivilisten. Israel wirft der Hamas vor, für die Toten verantwortlich zu sein, weil die Organisation sich in Wohngebieten verschanze. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und vier Zivilisten getötet.

Israel hatte seine Offensive zu Beginn mit dem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen begründet. Aussicht auf neue Verhandlungen bestand am Wochenende nicht. Die letzten Gespräche hatten die beiden Konfliktparteien geführt, bevor am Dienstag eine Waffenruhe scheiterte.

Ägypten appellierte am Wochenende an beide Seiten, Verhandlungen für einen Frieden in Nahost wiederaufzunehmen. Dies berichtete Palästinenserpräsident Mahmud Abbas am Samstag nach einem Treffen mit dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi.

Hamas für ICC-Anerkennung

Unterdessen wurde bekannt, dass die radikalislamische Hamas einem Beitritt der Palästinenser zum Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag zugestimmt hat. Abbas, der vergangene Woche in Katar Hamas-Führer Chaled Maschaal getroffen hatte, will das Rom-Statut unterzeichnen, das die Grundlage des Strafgerichtshofs bildet.

Dieser verfolgt Delikte des Völkerstrafrechts, die seit seiner Gründung Mitte 2002 begangen wurden. Vorher sollen aber alle Palästinenserfraktionen zustimmen. Bisher erkennen weder Israel noch die Palästinensische Autonomiebehörde den Gerichtshof an, was dessen Zuständigkeit für diese Region behindert.

(bert/sda)

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