Angst vor Anschlag: Karsai bricht Rede ab
publiziert: Sonntag, 9. Sep 2007 / 12:24 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 9. Sep 2007 / 12:43 Uhr

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat aus Angst vor einem Anschlag seine Ansprache in einem Stadion in Kabul abgebrochen. Leibwächter brachten den Staatschef in Sicherheit. Karsai ist in den vergangenen Jahren mehreren Attentaten entgangen.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hielt das Geräusch von geworfenen Steinen für Schüsse.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hielt das Geräusch von geworfenen Steinen für Schüsse.
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Während der Rede vor rund 25'000 Zuschauern waren Einschläge zu vernehmen, die sich wie Gewehrschüsse anhörten. Später sagte ein Regierungsvertreter, es habe sich nicht um Schüsse gehandelt. Vor den Toren des schwer gesicherten Stadions hätten Menschen mit Steinen geworfen, weil sie nicht eingelassen worden seien.

Der Präsident sprach aus Anlass des ersten Selbstmordattentats in Afghanistan vor sieben Jahren. An der Gedenkfeier nahmen auch Regierungsvertreter und ausländische Diplomaten teil. Das Stadion liegt in der Nähe des Präsidentenpalastes.

Zwei Tage vor den Anschlägen in den USA am 11. September 2001 war in Afghanistan der Milizchef der Nordallianz, Ahmad Schah Masud, getötet worden, der den Aufstand gegen die später gestürzte Taliban-Regierung anführte. Der Anschlag wurde von der radikal-muslimischen Al-Kaida verübt, die mit den Taliban verbündet ist und von Afghanistan aus die September-Anschläge vorbereitet hat.

In diesem Jahr wurden nach UNO-Angaben bereits 103 Selbstmordattentate in Afghanistan verübt. Das Land steuert damit auf einen neuen Rekord zu.

(dl/sda)

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