Anhaltende Kämpfe in Mogadischu
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 09:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mai 2006 / 10:31 Uhr

Mogadishu - Wegen anhaltender schwerer Kämpfe sind mehrere tausend Somalier aus der Hauptstadt Mogadischu geflüchtet.

In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. (Archivbild)
In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. (Archivbild)
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Aus den am heftigsten umkämpften Stadtteilen seien bis zu drei Viertel aller Bewohner geflohen, sagten Augenzeugen. In der Nacht zum Sonntag blieb es im Vergleich zu den Vortagen eher ruhig. Nach Ansicht von Einwohnern sind beide Seiten damit beschäftigt, ihre Munitionsvorräte aufzufüllen. Beide Seiten mobilisierten neue Kämpfer in der Hauptstadt. Vielerorts waren Militärfahrzeuge mit aufmontierten Schnellfeuerwaffen zu sehen.

Am Samstag waren im nördlichen Stadtteil Sisi mindestens sieben Zivilpersonen und ein Angehöriger einer islamischen Miliz getötet worden. Bewohner sprachen von den schwersten Kämpfen seit Tagen.

150 Tote bisher

Der Machtkampf zwischen der Rebellenallianz für die Wiederherstellung des Friedens und gegen den Terrorismus (ARPCT) und der fundamentalistischen Union Islamischer Gerichte hatte vor rund einer Woche begonnen. Seither wurden nach Informationen von Ärzten mehr als 150 Menschen getötet.

Die Spitäler haben nicht genügend Medikamente und Verbandszeug, um die über 250 Verletzten zu versorgen. Die Opfer waren oftmals Unbeteiligte, die in ihren Häusern und Hütten von Querschlägern getroffen wurden.

Gelder aus den USA

Die ARPCT wird von den USA finanziell unterstützt. Die Rebellenallianz bekämpft die Union Islamischer Gerichte, die in Teilen Mogadischus die Scharia anwendet. Westliche Geheimdienste und die ARPCT beschuldigen die Union, Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida zu schützen.

In dem Land am Horn von Afrika herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Clanchefs stürzten damals den Diktator Mohammed Siad Barre. Seitdem gibt es keine funktionierende Zentralgewalt mehr: Das vor rund anderthalb Jahren ins Leben gerufene Übergangsparlament, der Präsident und die Regierung verfügen über wenig Autorität.

(fest/sda)

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