Anja Pärsons WM-Titel - von langer Hand vorbereitet
publiziert: Montag, 31. Jan 2005 / 00:14 Uhr

Überraschung ja, Zufall nein. Das Super-G-Gold von Anja Pärson war von langer Hand vorbereitet und steht am Ende eines Dreijahresplanes, den die Schwedin zusammen mit ihren Trainern mit Blick auf den Gesamtweltcup erarbeitet hatte.

In diesem Winter vollzog Anja Pärson endgültig den Schritt zur Allounderin.
In diesem Winter vollzog Anja Pärson endgültig den Schritt zur Allounderin.
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Die sorgsame Planung von Anja Pärsons Karriere trägt schon seit geraumer Zeit Früchte; die Resultate im Super-G wurden zusehends besser. Im Winter 02/03, ihrer ersten Saison mit regelmässigen Einsätzen in der jüngsten alpinen Disziplin, war sie über den 22. Platz noch nicht hinaus gekommen. 03/04 hatte sie sich beim Finale in Sestriere (It) bereits in den 6. Rang vorgearbeitet, vor gut zwei Wochen in Cortina (It) stand sie erstmals auf dem Podest.

"Dieser zweite Platz hat mir endgültig die Gewissheit gegeben, dass ich es auch im Super-G packen kann. An der WM wollte ich eine Medaille. Ich hatte mir Chancen auf Bronze ausgerechnet. Selbst als die ersten Favoritinnen ausgeschieden waren, glaubte ich noch nicht an den Titel. Renate Götschl und Hilde Gerg, die ihr Rennen noch vor sich hatten, schienen für mich noch zu stark zu sein."

Abfahrtsstart noch unsicher

In diesem Winter vollzog Anja Pärson endgültig den Schritt zur Allounderin; mittlerweile gehört sie im Weltcup auch in der Abfahrt zu den Fixstarterinnen. Die Basis dazu hatte sie sich im Sommertraining in Chile geschaffen, das sie zusammen mit dem deutschen Team bestritten hat. Das Resultat lässt sich sehen: In Cortina reichte es ihr bereits zu Rang 5. Gleichwohl ist sich Anja Pärson noch nicht im Klaren darüber, in der WM-Abfahrt an den Start zu gehen. "Ich werde jetzt einmal die Trainings bestreiten und mich dann nach der Kombination entscheiden."

Der Wandel zur Allrounderin war für Anja Pärson nicht nur von Erfolgen, sondern auch von Rückschlägen begleitet. In den technischen Disziplinen war sie nicht mehr die uneingeschränkte Herrscherin. Sie, die im vergangenen Winter auf dem Weg zum Gesamt-, Riesenslalom- und Slalom-Weltcup elfmal zuoberst auf dem Podest gestanden hatte, musste sich nach ihrem Sieg Ende Oktober im "Riesen" in Sölden bis zum vorletzten Sonntag und dem Slalom in Maribor (Sln) gedulden, bis es mit dem zweiten Saisonerfolg klappte. "Ich hatte erwartet, dass es für mich wegen der vermehrten Einsätze in den Speed-Disziplinen in Riesenslalom und Slalom nicht mehr ganz so rund laufen wird. Auch wenn ich nicht mehr so oft gewonnen habe, bin ich mit meinen bisherigen Leistungen im Weltcup zufrieden."

Internationales Teamwork

Für den Berner Thomas Stauffer, seit zwei Jahren in Diensten des schwedischen Skiverbandes und seit diesem Winter Cheftrainer des Frauenteams, haben die rarer gewordenen Siege von Anja Pärson einen anderen Grund. "Die Konkurrenz ist grösser geworden. In diesem Winter sind Marlies Schild oder Tanja Poutiainen deutlich stärker. Zudem ist Janica Kostelic wieder da."

Der 35-Jährige aus Unterlangenegg ist nur einer von zahlreichen in Schweden engangierten Ausländern -- Anja Pärsons Triumphe beruhen auf internationalem Teamwork. Servicemann Slavo Mulej ist Slowene, Speed-Trainer Stephan Kurz, der nach einer Saison bei den Kanadierinnen nach Skandinavien gewechselt hat, ist Deutscher. Und weil Mulej im Vorfeld des Super-G mit Fieber das Bett hüten musste und noch nicht nach Bormio reisen konnte, übernahm bei Salomon der Österreicher Michael Haas seinen Part. Haas präpariert normalerweise die Ski seines Landsmanns Christoph Gruber.

(David Bernold, Santa Caterina/Si)

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