Nach AKP Wahlsieg 40 Anhänger von Erdogan-Rivale Gülen festgenommen
Ankara geht gegen PKK und Regierungsgegner vor
publiziert: Dienstag, 3. Nov 2015 / 17:17 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Nov 2015 / 19:16 Uhr

Istanbul - Nach dem Wahlsieg der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP geht die Türkei wieder gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vor. Drei Kurden wurden bei Zusammenstössen mit Sicherheitskräften getötet.

8 Meldungen im Zusammenhang
Die Streitkräfte teilten am Dienstag mit, am Vortag habe die Luftwaffe PKK-Stellungen in der südosttürkischen Provinz Hakkari und im Nordirak bombardiert. Es waren die ersten Angriffe seit der Parlamentswahl vom Sonntag.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, Sicherheitskräfte seien am Dienstag in den südosttürkischen Provinzen Diyarbakir und Hakkari zudem gegen die PKK-Jugendorganisation YDG-H vorgegangen. Dabei seien drei Menschen getötet worden. Es sei zu Gefechten gekommen. Über Teile des Bezirks Silvan sei eine Ausgangssperre verhängt worden.

Die PKK erklärte, die AKP habe entschieden, einen Krieg voranzutreiben, der das Land innen- und aussenpolitisch in eine tiefe Krise treibe. Die prokurdische HDP forderte ein Ende der Gewalt. "Wir erwarten, dass die Regierung die Militär- und Polizeioperationen stoppt und den Willen zu einem Waffenstillstand zeigt." Seit 1984 haben im Kurdenkonflikt mehr als 40'000 Menschen ihr Leben verloren.

Vize-Ministerpräsident Yalçin Akdogan bekräftigte am Dienstag den harten Kurs gegen die kurdische Rebellion für mehr Autonomie: "So lange es Terror gibt, so lange wird die Regierung den Terror bekämpfen."

Mehr als 40 Gülen-Anhänger verhaftet

In der Provinz Izmir nahm die Polizei mehr als 40 mutmassliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen fest, wie DHA berichtete. Die Gülen-Bewegung ist in der Türkei inzwischen auf der Liste der Terrororganisationen.

Gülen und der Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sind verfeindet, waren einst aber enge Verbündete. Erdogan wirft dem im US-Exil lebenden Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen.

Gegen zwei am Montag festgenommene Journalisten der Zeitschrift "Nokta" wurde am Dienstag laut dem Sender CNN Türk Haftbefehl erlassen. Ihnen werde wegen der aktuellen Titelseite unter anderem "Anstiftung zu einer Straftat" vorgeworfen. Die Seite zeigt Erdogan mit der Aufschrift: "Montag, 2. November, Beginn des türkischen Bürgerkrieges".

Opposition strikt gegen Präsidialsystem

Die AKP hatte bei der Neuwahl am Sonntag mit knapp 50 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit zurückerobert. Nach den vorläufigen Ergebnissen sicherte sich Erdogans Partei 317 der 550 Sitze in der Nationalversammlung.

Nun strebt die AKP eine Verfassungsreform an, mit der sie ein Präsidialsystem einführen könnte. Dafür ist allerdings die Zustimmung von 330 Abgeordneten nötig - das sind 13 Mandate mehr, als die AKP bei der Wahl gewonnen hat. Die drei Oppositionsparteien - die Mitte-Links-Partei CHP, die prokurdische HDP und die ultrarechte MHP - sind strikt gegen ein Präsidialsystem. Sie befürchten eine autokratische Herrschaft Erdogans.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - In Istanbul hat am Mittwoch der Prozess gegen den islamischen ... mehr lesen
Gülen soll sich in Abwesenheit wegen mutmasslicher Umsturzversuche und Bildung einer Terrorgruppe verantworten.
Ahmet Davutoglu handelt.
Ankara - Der türkische ... mehr lesen
Istanbul - In der südosttürkischen ... mehr lesen
Mehr als 10'000 Anwohner sind vor den Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und der PKK geflohen.
Istanbul - Die Verhaftung von zwei prominenten regierungskritischen Journalisten in der Türkei hat am Freitag heftige Proteste ausgelöst. Oppositionsvertreter und Medienverbände ... mehr lesen
Belek - In der Türkei dauert die ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das Parlament solle die dazu nötige Reform rasch in Angriff nehmen.
Ankara - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan pocht nach dem Wahlsieg der Regierungspartei AKP auf eine Verfassungsänderung zur Einführung eines Präsidialsystems. Das Parlament solle ... mehr lesen
Istanbul - Die islamisch-konservative AKP hat die Parlamentswahl vom Sonntag in der ... mehr lesen
Die islamisch-konservative AKP hat die Parlamentswahl vom Sonntag in der Türkei auf spektakuläre Weise gewonnen. (Archivbild)
Istanbul - Bei der Parlamentswahl in der Türkei hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP die absolute Mehrheit zurückerobert. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntagabend nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen. mehr lesen  2
Die...
Türkei ist noch lange nicht so weit eine Gesellschaft zu sein, in der man sich in Europa wiederfinden würde mit seinen Wertevorstellungen.
Tief in den Köpfen ist eine Rolle der Frau eingebrannt, wie sie in Mitteleuropa im vorletzten Jahrhundert war. Der Mann ist dort der Herr der Herrlichkeit.
Eine Gesellschaft in der Menschenrechte und Religionsfreiheit anders gesehen werden als hier.
Die Türkei hat noch einen sehr langen Weg vor sich.
Die alten Verkrustungen werden aus den Köpfen der Alten nicht mehr rauszubekommen sein. Da kann man nur auf die Zukunft hoffen, und diese müssen sich die jungen Türken noch hart erstreiten.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 8°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 8°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Lugano -2°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten