Ex-Nationalrat wegen Veruntreuung angeklagt
Anklage gegen Bruno Zuppiger
publiziert: Montag, 1. Okt 2012 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Okt 2012 / 15:57 Uhr
Anklage gegen Ex-Nationalrat Bruno Zuppiger.
Anklage gegen Ex-Nationalrat Bruno Zuppiger.

Zürich - Der vor kurzem zurückgetretene Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger und einer seiner ehemaligen Mitarbeiter der Zuppiger & Partner AG haben ein Strafverfahren wegen Veruntreuung am Hals. Die Staatsanwaltschaft fordert bedingte Freiheitsstrafen von je 13 Monaten.

Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
6 Meldungen im Zusammenhang
Die Beschuldigten hätten während der Untersuchung gestanden, bei der Abwicklung eines Willensvollstreckermandates für eine verstorbene Mitarbeiterin insgesamt rund 240'000 Franken veruntreut zu haben, heisst es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Montag.

Im Dezember 2006 und im April 2007 überwiesen sie aus dem Vermögen der Verstorbenen unrechtmässig zunächst 140'000 Franken und danach 100'000 Franken auf Konten der Zuppiger & Partner AG und auf das Privatkonto von Bruno Zuppiger. Damit wurden Verbindlichkeiten der Firma beglichen.

Die Staatsanwaltschaft habe im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens am Bezirksgericht Zürich Anklage erhoben, heisst es in der Mitteilung weiter. Vorgeschlagen würden bedingte Freiheitsstrafen von je 13 Monaten.

Akten an Gericht überwiesen

Ein abgekürztes Verfahren ist gemäss Strafprozessordnung dann möglich, wenn Beschuldigte die Schuld im Wesentlichen eingestehen und die Zivilforderungen im Grundsatz anerkennen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, muss nicht mehr über sämtliche Einzelheiten Beweis geführt werden.

In einem solchen Fall wird das Geständnis zu einem Anklageentwurf verarbeitet. Die Anklageschrift wird dann dem Gericht in Form eines Urteilsvorschlages unterbreitet.

Das Bezirksgericht muss lediglich noch prüfen, ob die Durchführung des abgekürzten Verfahrens rechtmässig und angebracht ist, die Anklage mit dem Ergebnis der Hauptverhandlung und den Akten übereinstimmt und die beantragten Sanktionen angemessen sind.

Gemäss Strafprozessordnung müssen die Beschuldigten an der Verhandlung teilnehmen und den Sachverhalt anerkennen. Die Akten von Zuppiger und seinem ehemaligen Mitarbeiter seien dem Bezirksgericht bereits überwiesen worden, sagte Staatsanwalt Jérôme Burkhalter auf Anfrage der sda. Wann die Verhandlung stattfinden wird, ist noch nicht bekannt.

Über «Weltwoche»-Artikel gestolpert

Die Ungereimtheiten in Zusammenhang mit der Verteilung des Nachlasses der verstorbenen Mitarbeiterin an zwei gemeinnützige Organisationen war im Dezember 2011 in einem Artikel der «Weltwoche» publik gemacht worden.

Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin gegen Zuppiger und seinen Mitarbeiter eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung ein. Für den SVP-Politiker Zuppiger hatte dies weitreichende Konsquenzen.

Nach Bekanntwerden der Erbschaftsaffäre musste er im Dezember 2011 kurz vor der Bundesratswahl seine Kandidatur zurückziehen. Später verlor er auch den Posten als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes und die Unterstützung der Zürcher SVP.

Am 10. September dieses Jahres zog Zuppiger den endgültigen Schlussstrich unter seine Politkarriere. Am ersten Tag der Herbstsession erklärte er nach fast 13 Jahren den sofortigen Rücktritt aus dem Nationalrat.

Keine Geschädigten

Unter den gegebenen Umständen sei es nicht mehr möglich, das Mandat in der von ihm gewohnten Qualität und dem nötigen Engagement auszuüben, hielt Zuppiger in seinem Rücktrittsschreiben fest. Besonders schlimm sei es gewesen, seine Familie und sein engeres Umfeld leiden zu sehen.

Zuppiger räumte ein, Fehler begangen zu haben und zeigte sich bereit, die zu erwartende Strafe zu akzeptieren. Er betonte aber auch, dass keine Dritten zu Schaden gekommen seien. Nachdem die betroffenen Organisationen interveniert und mit Klagen gedroht hatten, bezahlte Zuppiger den vollen Betrag mit Zinsen an diese aus.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
2
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Heute Mittwoch muss sich der ehemalige Zürcher SVP-Nationalrat wegen seiner Erbschaftsaffäre vor Gericht ... mehr lesen 1
Ex-Nationalrat Bruno Zuppiger ist wegen Veruntreuung angeklagt.
Zürich - Das Zürcher Bezirksgericht hat den Termin bekanntgegeben, an dem sich der zurückgetretene SVP-Nationalrat ... mehr lesen
Zürcher Ex-SVP-Nationalrat Zuppiger muss im Januar vor Gericht
Bruno Zuppiger verabschiedet sich aus der Politik.
Bern - Der Zürcher SVP-Nationalrat ... mehr lesen
Zürich - Der Druck auf SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger wächst. Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat am Freitag gegen ihn ein ... mehr lesen
Das Verfahren konnte erst nach Ende der Wintersession eröffnet werden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der wegen einer Erbschaftsaffäre als Bundesratskandidat gescheiterte Zürcher SVP-Nationalrat Bruno Zuppiger hat seinen sofortigen Rücktritt als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (sgv) erklärt. Dies teilte der sgv am Montag mit. mehr lesen 
Ideal !
"Für Zuppiger rückt der 39-jährige Jurist Gregor Rutz nach"
Sehr gut! Das dürfte den Linken im NR wieder schlaflose Nächte bereiten.
Und so etwas!
Ja. so einen wollte doch die SVP tatsächlich zum Bundesrat machen! Ich will ja nicht vorverurteilen, aber was wäre wohl, wenn man diesen Kerl tatsächlich gewählt hätte. Da hat nun aber der Köppel sich grosse Verdienste erworben, leider, aber man kanns nichts leugnen! Einen guten Riecher gehabt, Köppeli!
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
Der Fall Raif Badawi trifft international auf viel Kritik.
Der Fall Raif Badawi trifft international auf viel ...
Strafe in Saudi-Arabien erneut ausgesetzt  Riad - Zum dritten Mal in Folge ist der in Saudi-Arabien zu 1000 Stockhieben verurteilten Blogger Raif Badawi verschont worden. Badawis Frau ist sehr besorgt über die Gesundheit ihres Gatten. 
Ehefrau «sehr besorgt» um Zustand des Bloggers Badawi Ottawa - Der Gesundheitszustand des zu tausend Peitschenhieben verurteilten saudiarabischen Bloggers Raef Badawi gibt ...
Obama verteidigt Bündnis mit Saudi-Arabien Riad - US-Präsident Obama hat die Kooperation mit Saudi-Arabien trotz aller ...
Anklage gegen SVP Schweiz  Bern - Die Abstimmung über die SVP-Masseneinwanderungsinitiative soll für ...
Das Inserat sei rassistisch.
Zwei SVP-Parteikader wegen Inserat angeklagt Bern - Wegen des Inserats «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!» müssen sich zwei hohe Parteikader der SVP ... 1
Wegen des Inserats «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!» müssen sich zwei hohe Parteikader der SVP Schweiz vor Strafgericht verantworten.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2735
    Die... Asylbewerber können in jedem Land einen Asylantrag stellen, z.B. in ... Mi, 14.01.15 13:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Die Musen sterben! Es wäre ja eine schöne Sache, wenn alle Waren der Welt überall frei ... Sa, 22.11.14 20:28
  • LinusLuchs aus Basel 55
    Demokratie im Niedergang? Ihre Überlegungen finde ich absolut plausibel und sehr spannend, ... Sa, 22.11.14 11:32
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Kapitalismus im Niedergang? Ich möchte mich mal nur auf den Schluss ihres Beitrages konzentrieren, ... Fr, 21.11.14 18:36
  • LinusLuchs aus Basel 55
    Inquisition Reloaded Das Festhalten am Bekannten, Bewährten und damit am Sicheren, ... Fr, 21.11.14 13:45
  • jorian aus Dulliken 1550
    Die verdammten Fakten Warum heisst Grönland Grönland? Warum kann man in Schottland keinen ... Fr, 21.11.14 04:03
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Ideologische Scheuklappen? Sie haben wohl Recht, LinusLuchs, wenn Sie bezüglich der Aussage "„Dass ... Do, 20.11.14 18:34
  • Kassandra aus Frauenfeld 1153
    Das kann ich aus meinem Berufsleben unbedingt bestätigen. Mitarbeiter im Verkauf und den ... Do, 20.11.14 00:51
Gabi Hildesheimer ist Geschäftsführerin von Öbu, dem Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften.
ETH-Zukunftsblog Vertrauen stärken für den Klimaschutz Die Parteien haben bei den Klimaverhandlungen in Peru ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich -4°C -3°C leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Basel -5°C -2°C bewölkt, Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen -1°C 1°C leicht bewölkt, Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Bern -0°C 2°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Luzern 1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, wenig Schneefall
Genf 1°C 4°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Lugano 1°C 8°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten