Anklage gegen Ex-Finanzchefin zurückgewiesen
publiziert: Mittwoch, 7. Mrz 2007 / 09:07 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Mrz 2007 / 20:54 Uhr

Bülach - Am 27. Tag des Swissair-Prozesses haben die Verteidiger versucht, das Fundament der Anklage zu pulversieren. Sie fuhren schweres Geschütz gegen Aldo Schellenberg, den Gutachter der Staatsanwaltschaft auf. Ex-Finanzchefin Fouse und KPMG-Berater Cormack seien freizusprechen.

Für Frau Fouse sei laut Rechtsanwalt nicht klar, wogegen sie sich zu verteidigen hat.
Für Frau Fouse sei laut Rechtsanwalt nicht klar, wogegen sie sich zu verteidigen hat.
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Die Anklage liste eine Vielzahl von Behauptungen auf, sagte Jacqualyn Fouses Rechtsanwalt Herbert Heeb vor dem Bezirksgericht Bülach: «Es ist für Frau Fouse schlechterdings nicht klar, wogegen sie sich eigentlich zu verteidigen hat.»

Ins selbe Horn stiess Rechtsanwalt Jodok Wicki, der Scott Cormack verteidigte.

Die Staatsanwaltschaft wirft Fouse und ihrem Chef Mario Corti vor, im Wissen um die Zahlungunfähigkeit des Konzerns den Gang zum Konkursrichter zu spät gemacht zu haben. Dadurch hätten sie sich der ungetreuen Geschäftsbsorgung schuldig gemacht. Zudem wirft sie ihnen Misswirtschaft vor.

Corti und Fouse sollen überdies nach Ansicht der Staatsanwaltschaft einzelne Gläubiger - unter anderem KPMG - kurz vor dem Zusammenbruch des Konzerns bevorzugt haben. KPMG-Berater Cormack seinerseits soll kurz vor dem Ende des Flugkonzerns Druck ausgeübt zu haben, damit die Rechnungen seines Unternehmens noch bezahlt würden.

Unabhängigkeit angezweifelt

Die Staatsanwaltschaft stütze ihre Behauptungen auf die Berichte Schellenbergs, schossen die Verteidiger zurück. Schellenberg und sein Team seien aber Hilfs-Sheriffs der Anklage gewesen und deshalb befangen. Ihre Berichte seien deshalb nicht unabhängig und dürften im Prozess nicht verwendet werden.

Zudem wiesen die Schellenberg-Berichte gravierende Mängel auf. So hätten die Staatsanwaltschaft und die von ihr beigezogenen so genannten «Sachverständigen» zuerst das erwünschte Datum der Zahlungsunfähigkeit der SAirGroup festgelegt, und dann den Rest des Berichts darum herumgebastelt, sagte Wicki. Die Verwendung dieses Konstrukts durch die Staatsanwaltschaft in diesem Verfahren sei eines Rechtsstaats unwürdig.

(bert/sda)

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