Annäherung im UNO-Sicherheitsrat im Streit um Irak-Resolution
publiziert: Freitag, 1. Nov 2002 / 18:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Nov 2002 / 18:43 Uhr

New York - Die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats haben sich nach russischen Angaben im Streit um eine neue Irak-Resolution weiter angenähert. Washington rechnet mit einem Entscheid innerhalb der nächsten Woche.

Der russische Aussenminister Igor Iwanow sagte im russischen Fernsehen, es gebe immer noch ernsthafte Meinungsunterschiede: Umstritten sei vor allem die Frage, ob die UNO-Waffeninspektionen in Irak einseitig und automatisch mit Gewalt durchgesetzt werden sollen, falls sich die Regierung in Bagdad nicht an die Vorgaben der Resolution hält.

Russland lehne dies weiter kategorisch ab. Wie eine Einigung zwischen den USA auf der einen Seite und Russland sowie Frankreich auf der anderen im Detail aussehen könnte, sagte Iwanow nicht.

Ein möglicher Kompromiss könnte nach Angaben britischer UNO-Diplomaten eine Anderthalb-Stufen-Lösung sein. Demnach sollte es zwei Resolutionen des Sicherheitsrates geben, eine zu den Waffeninspektionen und eine zweite für den Fall, dass sich Irak nicht an die Vereinbarungen hält und militärische Massnahmen nötig werden.

Die zweite Resolution solle dem britischen Vorschlag zufolge aber für die USA und Grossbritannien nicht bindend sein. Das US-Aussenministerium bestätigte die Annäherung im Sicherheitsrat. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidungen innerhalb einer Frist von ungefähr einer Woche getroffen werden, sagte Aussenministeriumssprecher Richard Boucher.

In einem offenen Brief an US-Präsident George W. Bush wandten sich etwa 13 000 Lehrkräfte und andere Angestellte von US-Universitäten gegen einen Angriff auf Irak. Bush sei es nicht gelungen, die angebliche Bedrohung durch Irak glaubhaft zu begründen, kritisierten die Unterzeichner laut Angaben der Internet-Seite www.noiraqattack.org.

(fest/sda)

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