Annan warnt Israel vor Invasion in Südlibanon
publiziert: Samstag, 22. Jul 2006 / 08:16 Uhr / aktualisiert: Samstag, 22. Jul 2006 / 08:45 Uhr

Beirut/Tel Aviv - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Israel vor einer Invasion in den Libanon gewarnt. «Ich denke, das würde eine ernste Eskalation darstellen», sagte Annan.

Annan warnte Israel vor weiteren extremen Schritten.
Annan warnte Israel vor weiteren extremen Schritten.
5 Meldungen im Zusammenhang
Sollte Israel nach Libanon eindringen und dort eine Sicherheitszone einrichten, «dann würde das für die andere Seite Besatzung bedeuten und den Widerstand verstärken», sagte Annan dem US-Nachrichtensender CNN.

Annan sagte weiter, er glaube, dass US-Aussenministerin Condoleezza Rice nur deshalb bis jetzt nicht in den Nahen Osten gereist sei, weil sie «mit einem Vorschlagspaket reisen wollte, dass Verhandlungen und eine Einigung erleichtern wird». Rice war in die Kritik geraten, weil sie erst am Sonntag in den Nahen Osten reisen will.

Auch die britische Regierung warnte Israel vor den Risiken einer Invasion. «Dies ist eine sehr gefährliche Situation», sagte Aussenministerin Margaret Beckett in einem Interview der «Financial Times». «Ein Fehlkalkulation, ein Fehler könnte dramatische Folgen haben.» Israel stehe an einem Wendepunkt.

Beckett wies auf die israelische Invasion im Nachbarland 1978 hin. «Sie brauchten sehr lange, um wieder aus Libanon herauszukommen ... und es hat viele Menschenleben auf beiden Seiten gekostet.» Die Besetzung endete vor sechs Jahren.

Tausende Reservisten mobilisiert

Mehrere Medien hatten berichtet, eine Invasion der israelischen Armee stehe unmittelbar bevor. Israel hatte am Freitag tausende Reservisten mobilisiert und die Menschen im Süden Libanons aufgefordert, ihre Dörfer zu verlassen.

Der libanesische Verteidigungsminister Elia Murr kündigte an, die Armee im Fall einer Invasion einzusetzen. Schon jetzt sind aber laut israelischen Medien tausende Soldaten in Südlibanon im Einsatz.

Dabei kommt es immer wieder zu schweren Gefechten mit der schiitischen Hisbollah-Miliz. Gemäss israelischen Angaben wurden dabei vier israelische Soldaten und etwa 100 Hisbollah-Kämpfer getötet. Die Hisbollah dagegen spricht von elf Toten in den eigenen Reihen.

Das israelische Militär erklärte, es habe 13 Leichen von Hisbollah- Kämpfern in ihrem Besitz. «Wir prüfen jetzt, was wir mit ihren Leichen machen», sagte Generalstabschef Dan Halutz. Der Frage, ob Israel einen Austausch mit den beiden entführten israelischen Soldaten anstrebe, wich Halutz aus.

(smw/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Beirut - Die militärische Lage im Nahost-Konflikt spitzt sich weiter zu. Etwa ein Dutzend israelischer Panzer drangen auf ... mehr lesen
Es sei zu schweren Kämpfen mit der Hisbollah-Miliz gekommen. (Archivbild)
Israel war mehrfach vorübergehend auf libanesisches Territorium vorgerückt.
Beirut/Tel Aviv - Die israelische Armee ist einige Kilometer weit über die Nordgrenze des Landes in den Süden des Libanon vorgerückt. mehr lesen
Beirut - Die Anzeichen für eine ... mehr lesen
Schon jetzt seien mehrere tausend israelische Soldaten in Südlibanon im Einsatz.
Es sei Pflicht der internationalen Gemeinschaft, sich für eine Konfliktlösung einzusetzen.
New York - Die Schweiz unterstützt UNO-Generalsekretär Kofi Annans Vorschläge für ein Vorgehen zur Lösung des Konfliktes zwischen Israel und Libanon. Dies bestätigte der Schweizer ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung Frieden.
Benjamin Netanjahu macht einen weiteren Schritt Richtung ...
Positive Elemente für Friedensinitiative  Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich zu neuen Verhandlungen über einen Friedensplan arabischer Staaten bereit erklärt. Netanjahu sagte am Montagabend in Jerusalem, die Friedensinitiative von 2002 enthalte positive Elemente. mehr lesen 
Israel  Jerusalem - Der rechts-nationalistische Politiker Avigdor Lieberman ... mehr lesen  
Avigdor Lieberman.
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Andreas Kyriacou Die Klage des türkischen Möchtegern-Alleinherrschers Recep Erdogan gegen den Deutschen Satiriker Jan Böhmermann ... mehr lesen   2
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 15°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 17°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Bern 13°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Luzern 14°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 14°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
Lugano 18°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten